Steel man at work | © Unsplash / Ricardo Gomez Angel

Studie "Arbeitswelt der Zukunft": Zwei von drei Beschäftigten sind bereits stark von den Folgen des Fachkräftemangels betroffen

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: ots
31.01.2024

'Schon heute fehlen den Unternehmen in vielen Bereichen die Fachkräfte. Die Auswirkungen bekommen die verbleibenden Arbeitnehmer laut unserer Studie deutlich zu spüren', sagt Oliver Back, Vorstand der B-4it AG. Von den Befragten, deren Arbeitgeber bereits stark unter dem Fachkräftemangel leiden, sagen sechs von zehn, dass offene Stellen bei ihrem Arbeitgeber länger unbesetzt bleiben. Das hat interne Konsequenzen: In fast der Hälfte dieser Unternehmen (48 Prozent) fallen mehr Überstunden an. In 45 Prozent gibt es nach Angaben der Beschäftigten einen höheren Krankenstand. Oliver Back: 'Bei Unterbesetzung leidet das Betriebsklima, die Arbeitsbelastung steigt. Das wirkt sich nicht nur negativ auf den Kundenservice sowie die Qualität der hergestellten Produkte aus, sondern erhöht auch die Wechselbereitschaft der verbleibenden Mitarbeiter.'

Mitarbeiter müssen zu Kunden der HR-Abteilung werden

Auch vor dem Hintergrund, dass in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, wird von den Personalverantwortlichen nun erwartet, Mittel und Wege zu finden, um den Folgen des Fachkräftemangels entgegenzuwirken. 'Dazu brauchen viele HR-Abteilungen einen neuen Ansatz. Sie müssen ein strategischer Partner im Unternehmen sein und die Bedürfnisse der Mitarbeiter viel konsequenter in den Mittelpunkt stellen', so HR-Experte Back. Bisher - so ein weiteres Ergebnis der B-4it-Studie - gibt nur die Hälfte der Beschäftigten an, von der Personalabteilung wie ein 'interner Kunde' behandelt zu werden.

Wollen die HR-Abteilungen diesem Anspruch künftig gerecht werden, müssen sie sich anders aufstellen. 'Um mehr Zeit für die zentralen Bedürfnisse der Mitarbeiter zu haben, sollten die Personaler das Standardgeschäft so weit wie möglich mithilfe von Software abdecken', rät B-4it-Vorstand Back. 'Dabei ist es aber wichtig, sich beim Software-Einsatz auf das Wesentliche zu konzentrieren, und nicht irgendetwas einzuführen, nur weil es gerade als angesagt gilt.'

Gute Führungskräfte erkennen Wechselabsichten auch ohne KI

HR-Tools unterstützen die Personalabteilung bei der Gehaltsabrechnung, bei der Digitalisierung von Prozessen in der Personalverwaltung, beim Bewerbermanagement, beim Onboarding und beim Performancemanagement. Oliver Back: 'Je zufriedener Beschäftigte mit ihrem Unternehmen sind und sich gut betreut fühlen, desto produktiver sind sie und desto länger bleiben sie in der Firma.' Dass erste HR-Abteilungen zusätzlich versuchen, Kündigungsabsichten ihrer Kollegen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) zu erkennen, lehnen diese allerdings mit großer Mehrheit ab: Neun von zehn Befragten (88 Prozent) sind der Meinung, dass gute Führungskräfte Wechselabsichten auch ohne KI erkennen würden.

Über die Studie

Für die Studie 'Arbeitswelt der Zukunft - zwischen KI und Fachkräftemangel' hat die B-4it AG Ende 2023 über ein Marktforschungsinstitut 1.104 Arbeitnehmer in Deutschland online befragen lassen.

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

30.11.2023
Brennende Kränze verhindern
TÜV-Verband: So wird der Adventskranz nicht zum Brandrisiko
22.12.2022
Urlaubsplanung für 2023
Wie Sie Ihre freien Tage geschickt einsetzen.
21.11.2023
Ex-Biathlon-Star Neuner: Schaue manchmal noch beim Kochen
Die frühere Weltklasse-Biathletin Magdalena Neuner gibt in einem Interview persönliche Einblicke. Sie verrät, was die Kinder sagen, wenn die Sportart ihres Herzens läuft.
06.06.2023
Werbefinanziert
Energiepreise im Sinkflug: Warum Strom und Gas günstiger werden
Einblick in die Hintergründe der Preisentwicklung und die Zukunft des Energiemarkts
06.06.2023
Vorsicht vor Schockanrufen: Betrugsmasche zielt auf das Mitgefühl von Eltern und Großeltern ab
Betrüger nutzen perfide Masche, um Geld und Wertsachen zu ergaunern - So schützen Sie sich vor Schockanrufen
22.08.2024
Mehr als 20 Millionen Pendler in Deutschland
Unzählige Menschen stehen täglich im Stau oder drängen sich auf Bahnhöfen, auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Statistiker haben ein paar beeindruckende Zahlen herausgefiltert.