Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Freisprüche

Lesedauer 1 Minute
Quelle: dpa
19.01.2026

Im Prozess um das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten und Dutzenden Verletzten sind die beiden angeklagten Bahn-Mitarbeiter freigesprochen worden. Das hat das Landgericht München II entschieden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen auf Bewährung für die beiden Männer gefordert: für den Fahrdienstleiter ein Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung, für den zuständigen Bezirksleiter zwei Jahre. Die Verteidiger der Angeklagten forderten jeweils Freispruch für ihre Mandanten.

Fünf Tote, 70 Verletzte

Fünf Menschen starben und mehr als 70 wurden verletzt als der Zug vor dreieinhalb Jahren in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen entgleiste. Der Grund waren marode Schienen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die beiden Angeklagten das Unglück hätten verhindern können. Die Einschätzung teilte das Gericht nicht. 

Die Staatsanwältin sah bei dem Bezirksleiter, der Instandsetzungsmaßnahmen immer wieder verzögert haben soll, «wiederholtes und systematisches Versagen» über Jahre hinweg. 

Bei dem Fahrdienstleiter sah die Staatsanwaltschaft lediglich ein «Augenblicksversagen» nach jahrelang tadelloser Arbeit. Er hatte am Vortag des Unglücks den Hinweis eines Lokführers über Auffälligkeiten an der späteren Unfallstelle nicht weitergeleitet.

Beide Angeklagte hatten sich im Prozess ergriffen und sehr betroffen über das Unglück gezeigt. Zu Beginn des Prozesses hatten sie sich umfangreich geäußert und bei den Hinterbliebenen und Betroffenen entschuldigt. Nach den Plädoyers ihrer Anwälte schlossen sie sich jeweils den Ausführungen ihrer Verteidiger an. Der Bezirksleiter betonte noch einmal, wie leid ihm das Unglück tue und wünschte den Betroffenen viel Kraft.

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

30.10.2024
Studie: Jugendliche sind wieder mehr online
Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren verbringen wieder mehr Zeit im Internet. 71,5 Stunden sind sie derzeit durchschnittlich pro Woche online - das sind 1,6 Stunden mehr als im Vorjahr. Die Internetnutzung stieg damit erstmals seit dem Corona-Jahr 2020 wieder an.
26.06.2023
SC Riessersee stellt die Weichen für die Zukunft
Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt
13.10.2023
Jugendbefragung 2023 im Landkreis Weilheim-Schongau vorgestellt
Höheres Engagement in Vereinen bei kleinen Gemeinden als in Städten
10.05.2023
Die Ernährungsumstellung fängt morgens an
Ein leckerer Frühstücksbrei erleichtert den Wechsel zu vitalstoffreicher Kost
21.06.2023
Das Radio-Comeback des Jahres
Christian Winkler, der EHC Red Bull München-Manager, kehrt zurück ans Mikro von Radio Oberland.
11.02.2025
Bayerns Justizminister: KI sorgt für neue Gefahren im Netz
Ein Foto im Netz ist schon lange kein Beweis mehr für eine echte Nachricht. Neue Technologien ermöglichen viele Formen von Fake News, warnt Eisenreich. Diese gefährden besonders junge Menschen.