© Unsplash / Frankie Lu

Jede fünfte private Waffe in Deutschland ist in Bayern

Lesedauer 2 Minuten
Quelle: dpa/lby
26.03.2024

In Bayern gibt derzeit rund 1,13 Millionen Waffen in Privatbesitz. Das geht aus den vom Bundesverwaltungsamt veröffentlichten Zahlen des nationalen Waffenregisters für den Freistaat hervor. Diese verteilen sich zum Stichtag 31. Dezember 2023 auf 204 996 in Bayern gemeldete Menschen. Im bundesweiten Vergleich ist damit mehr als jede fünfte Waffe in Bayern gemeldet. Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen mit 158 603 Privatbesitzern sowie 853 722 Waffen deutlich niedriger als in Bayern.

In der Statistik sind zudem knapp 580 000 sogenannte waffenrechtliche Erlaubnisse hinterlegt, die Menschen mit einer Anschrift in Bayern zugeordnet werden - dies sind ziemlich genau 10 000 mehr als Ende 2022 (569 528). Dazu zählen etwa Waffenscheine und Schießerlaubnisse. Auch bei den kleinen Waffenscheinen zeigt sich in der Datenbank eine deutliche Zunahme: Hier stehen sich 122 342 (Ende 2022) und 129 078 (Ende 2023) gegenüber. Rechtlich gesehen kann ein Mensch mehrere Erlaubnisse besitzen. 

Nachdem die Datenbank des Waffenregisters zwischenzeitlich einer Bereinigung unterzogen wurde, lassen sich die 2023er-Zahlen derzeit nicht mit den für 2022 angegebenen Werten vergleichen. Für Ende 2022 sind in der Statistik aber auch nur rund 1000 Waffen mehr hinterlegt, bei den Waffenbesitzern ist der Wert 206 541 vermerkt. 

Bundesweit weist die Statistik für Ende des vergangenen Jahres 5,02 Millionen Waffen, 941 697 private Waffenbesitzer und 2,95 Millionen waffenrechtliche Erlaubnisse aus. Die Zahl der kleinen Waffenscheine wird mit 833 870 angegeben.

Politisch wie gesellschaftlich sind die Regelungen des Waffenrechts ein Streitpunkt und werden etwa nach Amoktaten immer wieder kontrovers diskutiert. So kündigte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) im vergangenen Jahr an, künftig solle die psychologische Eignung bei Anträgen für eine Waffenbesitzkarte geprüft werden. Innerhalb der Bundesregierung lehnt die FDP aber eine Verschärfung des Waffenrechts ab.

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

09.04.2025
Missbrauch - Betroffene fordern bayernweite Aufarbeitung
Betroffene von sexuellem Missbrauch geht das politische Engagement Bayerns gegen solche Fälle nicht weit genug. Jetzt verleihen sie ihren Forderungen mehr Druck.
28.03.2025
Senior an Haustür erstochen - Mordanklage gegen jungen Mann
Der Fall schockierte über Bayern hinaus: Ein 74-Jähriger wird in Herrsching an seiner Haustüre erstochen. Für den Tatverdächtigen rückt nun ein möglicher Prozess näher.
16.10.2024
Missbrauch bei Franziskanermönchen - Suche nach Betroffenen
Im Januar kündigte der Franziskanerorden eine Studie über Missbrauch in seinen Klöstern an. Zwar haben sich schon Betroffene gemeldet, doch Wissenschaftler gehen von noch mehr aus.
06.11.2023
Die höchste Kaufkraft wohnt abseits der teuren Städte
Wo viele Reiche leben, ist es oft auch teuer. Gleicht das die Einkommensunterschiede aus? Nur teilweise, wie ein neues regionales Kaufkraftranking zeigt. Doch die meisten großen Städte stürzen drastisch ab.
10.07.2024
Höhere Pflegekosten in Bayerns Heimen - Zuzahlungen steigen
Für Pflegebedürftige im Heim sind die selbst zu tragenden Kosten weiter gestiegen. In Bayern betrug der Eigenanteil zum 1. Juli für das erste Jahr im Heim 2.814 Euro pro Monat - ein Anstieg um 564 Euro im Vergleich zu Mitte 2023, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen in Hannover ergab.
21.02.2023
Jetzt ist Starkbierzeit!
Zwischen Aschermittwoch und der Karwoche liegt in Bayern die traditionell fünfte Jahreszeit. Auch hier im Oberland werden vollmundige Fastenstarkbiere gebraut.