
Alles im Blick
Das Auge ist ein wahres Meisterstück der Evolution und jedem Kamera-Sensor weit überlegen. Vor allem aber zeigt es uns die Welt und versorgt das Gehirn mit wichtigen Informationen.
Quelle: ro/Marion Jetter
Kaum vorstellbar, doch es ist tatsächlich so: Pro Sekunde nehmen unsere Augen zehn Millionen Informationen auf und leiten sie an das Gehirn weiter. Perfekt, präzise, detailgetreu und sogar bunt. So sind wir in der Lage, um die 150 Farbtöne aus dem Spektrum des sichtbaren Lichts zu unterscheiden. All diese Bilder werden mit bereits gespeicherten Sinnes- und Gefühlseindrücken, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben, verglichen. Aus all diesen Daten fügt das Gehirn in Sekundenbruchteilen die Eindrücke zusammen, die wir wahrnehmen. Kein Wunder, also dass das Sehen zu unseren wichtigsten Fähigkeiten gehört. Und auch jene ist, die uns Sorgen bereitet, wenn sie durch Krankheiten, das Alter oder durch zu häufiges Arbeiten am Bildschirm eingeschränkt ist.
Scharf sehen, eine Frage des Alters
Prächtige Farben wahrnehmen, bei einbrechender Dunkelheit feine Kontraste erkennen, oder den Blick blitzschnell vom Horizont auf die Uhr am Handgelenk fokussieren: jungen Menschen gelingt das problemlos. Doch auch das Auge altert. Probieren Sie es einfach mal aus: Während Kleinkinder Gegenstände mit einem Abstand von sechs Zentimetern scharf sehen können, braucht ein 30-Jähriger dafür schon 15 Zentimeter. Mit etwa 50 Jahren setzt die Altersweitsichtigkeit ein und ist der Punkt des nächsten Sehens rückt im Schnitt auf über 40 Zentimeter weg.
Noch alles im Blick?
Mehr als die Hälfte der Deutschen sind heutzutage fehlsichtig. Wissenschaftler sprechen bereits von einer „Generation Sehschwäche“. Kein Wunder, schließlich waren unsere Augen nie zuvor so gefordert wie heute: schon vor dem Frühstück schauen wir aufs Handy, lesen die Nachrichten auf winzig kleinen Bildschirmen und pflegen auch den Kontakt zu Freunden häufig nur noch per Textnachricht statt einfach anzurufen. Doch damit nicht genug, schließlich verbringen wir am Arbeitsplatz zusätzlich noch viele Stunden vor dem Bildschirm, also im „Nahsichtmodus“. Und der ist es, der zu einer Kurzsichtigkeit führt. Laut European Eye Epidemiology Consortium sind das fast die Hälfte aller 25- bis 29-jährigen betroffen, Tendenz steigend.
Das Wachstum des Auges beeinflusst die Sehstärke
Doch was verursacht eine Kurzsichtigkeit? Mediziner machen tatsächlich unsere Sehgewohnheiten dafür verantwortlich. Blicken wir den ganzen Tag im Nahbereich (also z.B. vor dem Bildschirm), wächst unser Augapfel zu sehr in die Länge. Die Folge: der Lichtstrahl wird bereits vor der Netzhaut gebündelt und alles, was wir in der Ferne sehen, wird unscharf. Bei der Weitsichtigkeit ist es hingegen genau umgekehrt: der Augapfel ist häufig zu kurz. Unscharf sehen wir, was wir direkt vor unseren Augen fixieren, die Buchstaben in der Zeitung beispielsweise.
Den Blick öfter in die Ferne schweifen lassen
Rückgängig machen lässt sich das Augenwachstum übrigens nicht. Aber so vorbeugen und zwar ganz einfach: durch Tageslicht und Bewegung im Freien. Es lohnt sich also zweifelsohne, nicht nur der Augen zuliebe, öfter mal wieder einen Berg zu erklimmen, um den See zu radeln oder einfach eine Runde zu joggen. Das Oberland eignet sich schließlich perfekt, um den Blick öfter und immer wieder anders in die Ferne schweifen zu lassen.
Im Schnee: Sonnenbrille auf!
Die Augen können ebenso wie die Haut einen Sonnenbrand erleiden. Langzeitfolgen-gen können der graue Star, Netzhautalterung, Makuladegeneration, sowie Augentumore sein. Doch mit einer Sonnenbrille sind Sie bestens geschützt. Viel wichtiger als eine Tönung ist der UV-Schutz. Den garantiert das auf den Bügeln aufgedruckte CE-Kennzeichen: „UV 400“ oder „100 % UV-Schutz“.