Aerial shot from helicopter over mountains near Paradise Bay, Antarctica.  Incredible, dramatic and deep crevasses illuminated with icy blue light from within. | © Unsplash / Rod Long

Sommer im Tal - Experten: In den Bergen noch Gefahr durch Lawinen

Lesedauer 2 Minuten
Quelle: dpa/lby
03.05.2024

T-Shirts und kurze Hosen im Tal, die ersten Wagemutigen in den Seen - doch weiter oben in den Bergen herrschen teils noch winterliche Verhältnisse. «In höheren Lagen des bayerischen Alpenraums liegt auch jetzt im Mai noch viel Schnee», teilte die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) am Freitag mit. «Daher muss insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung, Regen und Erwärmung weiterhin mit nassen Lawinen gerechnet werden.» Sie könnten vor allem an besonders steilen Stellen bis in tiefe, schneefreie Lagen vordringen und auf Bergwanderwegen gefährlich werden. 

Die Lawinenexperten mahnen, über der eigenen Route liegende Schneefelder zu beachten. Für Bergwanderer bestehe zudem auf verharschten und harten Schneeflächen Absturzgefahr. Immer wieder kommt es im Frühjahr zu Bergunfällen, weil Menschen ungenügend ausgerüstet im noch winterlichen Gelände unterwegs sind.

Der Winter hatte sich unstet gezeigt. Er war Ende November mit massiven Schneefällen gestartet, im Hochwinter gab es dann rekordverdächtig milde Temperaturen - ehe Ende April zumindest weiter oben noch einmal ein Meter Neuschnee fiel. 

Anfang Dezember und Ende April hätten mehrere Messstationen langjährige Schneehöhenhöchstwerte verzeichnet, berichtete die Lawinenwarnzentrale in ihrer Winterbilanz. «In den Hochlagen blieben die Schneehöhen über den gesamten Winter überdurchschnittlich. Dagegen war der Winter in tiefen und mittleren Lagen schneearm.» Daher habe in Tallagen nur selten Lawinengefahr bestanden. 

Für Lawinenkommissionen und Sicherheitsbehörden, die unter anderem die Lage beurteilen und Sperrungen von Verkehrswegen bei Lawinengefahr veranlassen, sei der Winter vergleichsweise ruhig verlaufen. Dennoch habe es in Bayern zehn Lawinenunfälle gegeben. Ein Unfall am 14. Januar am Linkerskopf im Allgäu verlief tödlich. Dort hatte ein Schneebrett einen Skitourengeher mitgerissen, der daraufhin im felsigen Steilgelände abstürzte.

Am Mittwoch hatten die Zugspitze und das Nebelhorn als letzte Skigebiete in Deutschland die Skisaison beendet - mit noch einmal perfekten Bedingungen. Bei Sonne satt und besten Schneeverhältnissen zogen die Skifahrer ihre letzten Schwünge der Saison.

Der zweigeteilte Winter mit viel Schnee oben und grünen Wiesen unten weist in die Richtung, die auch Wissenschaftler und andere Experten sehen: Sie rechnen damit, dass sich der Skitourismus nach oben verlagert. Der Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV), Roland Stierle, erwartet wie andere Experten für niedrigere Gebiete auf Dauer kaum Schneesicherheit. «Unter 1500 Metern sieht es schlecht aus», sagte er vor einigen Wochen. So hoch liegen in Bayern oft gerade die Bergstationen. 

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

28.10.2024
Polizei informiert im Oberland über Einbruchschutz: „Licht in der Dämmerungszeit“
Mit der Zeitumstellung am Wochenende wird es früher dunkel – und die Zahl der Einbrüche im Oberland steigt wieder in der Dämmerungszeit an. Unter dem Motto „Licht in der Dämmerungszeit“ startet die Polizei daher erneut eine Informationskampagne, um die Bevölkerung für Einbruchschutz zu sensibilisieren.
08.02.2024
Menschen in Deutschland bei erster Heirat immer älter - Durchschnittsalter auf neuem Höchststand
* Frauen bei erster Eheschließung 2022 im Schnitt 32,6 Jahre alt, Männer 35,1 Jahre * Zahl derjenigen, die mit 50+ zum ersten Mal heiraten, von 7 500 im Jahr 2002 auf rund 41 500 im Jahr 2022 gestiegen * Rund die Hälfte (49 %) der erwachsenen Bevölkerung war Ende 2022 verheiratet, bei den 65- bis 69-Jährigen gut zwei Drittel (68 %)
11.09.2025
60-Meter-Banner fordert Stopp der Gasbohrung am Ammersee
Rund 3.000 Meter ist der Bohrer auf der Suche nach Gas bereits ins oberbayerische Erdreich eingedrungen. An der Oberfläche gehen derweil die Proteste mit großen Buchstaben weiter.
11.05.2023
Im Einklang mit der Natur
Kreislaufwirtschaft bei Holzwerkstoffen spart wertvolle Ressourcen ein
06.06.2023
Mobile Klinik: Ärztliche Hilfe für die Ukraine
Ein deutsches Projekt zur medizinischen Versorgung in Zeiten des Krieges