Priest | © Unsplash / Jomarc Nicolai Cala

Missbrauch - Betroffene fordern bayernweite Aufarbeitung

Lesedauer 1 Minute
Quelle: dpa/lby
09.04.2025

Betroffene von sexuellem Missbrauch und Experten verlangen eine bayernweite Aufarbeitungskommission. Sie übergaben eine entsprechende Petition an den bayerischen Landtag, in der die Initiatoren einen unabhängigen Landesbeauftragten für Bayern fordern - ähnlich dem Amt der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) auf Bundesebene. 

Betroffene fordern mehr Engagement von der Politik

Außerdem sprechen sie sich in der Petition für eine bayernweite Aufarbeitungskommission aus und einen entsprechenden Betroffenenbeirat. Das Ziel ist die «Bekämpfung sexualisierter, körperlicher, psychischer, spiritueller und behördlicher Gewalt, in allen Institutionen, nicht nur in den 
Kirchen, in denen sich die Verbrechen ereignet haben».

Inzwischen haben zahlreiche Bistümer der katholischen Kirche in Deutschland, die evangelische Kirche und auch andere Institutionen Gutachten zu Missbrauchsfällen in Auftrag gegeben, Betroffenenbeiräte oder Kommissionen eingesetzt. 

Dass die Aufarbeitung vielfach den Organisationen überlassen wird, in denen der Missbrauch geschehen ist, kritisieren Betroffene aber seit Jahren und fordern ein stärkeres Engagement der Politik. 

Freistaat sieht andere in der Pflicht

Der Freistaat sieht allerdings eher andere in der Pflicht: «Aufarbeitung und Entschädigung sind Aufgabe und Verpflichtung der Träger der betroffenen Einrichtungen und der Kommunen», teilt das Sozialministerium auf Anfrage mit und betont, dass Bayern eine Anlauf- und Beratungsstelle geschaffen habe. «In Bayern gibt es ein dichtes und flächendeckendes Hilfenetz für alle Betroffene von Missbrauch und sexualisierter Gewalt», sagt Sozialministerin Ulrike Scharf. «Auf dieses Netz können sich auch künftig alle Betroffene von Missbrauch und sexualisierter Gewalt verlassen.»

 

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

08.02.2024
Menschen in Deutschland bei erster Heirat immer älter - Durchschnittsalter auf neuem Höchststand
* Frauen bei erster Eheschließung 2022 im Schnitt 32,6 Jahre alt, Männer 35,1 Jahre * Zahl derjenigen, die mit 50+ zum ersten Mal heiraten, von 7 500 im Jahr 2002 auf rund 41 500 im Jahr 2022 gestiegen * Rund die Hälfte (49 %) der erwachsenen Bevölkerung war Ende 2022 verheiratet, bei den 65- bis 69-Jährigen gut zwei Drittel (68 %)
16.03.2025
Archäologen sichern Funde aus Bronze- und Römerzeit
Lange war klar, dass es in der Gegend um Weilheim frühe Siedlungen und Gräber gab. Doch was die Archäologen fanden, überstieg die Erwartungen.
01.12.2023
M und MUC
München bekommt zweite Stadtkennung auf Nummernschildern
30.05.2023
Profi-Spieler Maxi Kastner aus Farchant erobert die Eishockey-Welt
Vom erfolgreichen Stürmer zum Silberhelden der Weltmeisterschaft 2023
25.11.2024
Stress im Weihnachtspostamt beginnt
Schon vor der Adventszeit wissen viele Mädchen und Buben ganz genau, was an Heiligabend unter dem Baum liegen soll. Damit das klappt, schreibt so manches Kind an das Christkind.
31.01.2024
Studie "Arbeitswelt der Zukunft": Zwei von drei Beschäftigten sind bereits stark von den Folgen des Fachkräftemangels betroffen
Der Fachkräftemangel bleibt auch 2024 die große Herausforderung für deutsche Personalabteilungen. Laut der aktuellen Studie 'Arbeitswelt der Zukunft - zwischen KI und Fachkräftemangel' berichten 67 Prozent der Arbeitnehmer, dass die Auswirkungen des Fachkräftemangels in ihrem Arbeitsalltag bereits stark bis sehr stark zu spüren sind. Die Bandbreite reicht von langfristig unbesetzten Stellen über einen erhöhten Krankenstand bis hin zu Qualitätsproblemen und schlechterem Kundenservice. Für die Studie hat das auf Transformation und Digitalisierung im HR-Bereich spezialisierte Beratungsunternehmen B-4it mehr als 1.100 Arbeitnehmer befragt.