1965. James McDivitt, Ed White, Extravehicular Activity (EVA), Gemini 4 [Spacewalk] | © Unsplash / The New York Public Library

«Deutsches Houston»: Söder gibt 58 Millionen für Mondzentrum

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: dpa
04.02.2026

Bayern geht die nächsten Schritte auf dem Weg zum Mond und zum «deutschen Houston»: Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München soll das Mondkontrollzentrum für künftige astronautische Mondmissionen entstehen. Dafür übergab Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun einen Förderbescheid über 58 Millionen Euro. Damit beginne die Zukunft der Raumflugkontrolle im DLR, sagte die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla. Baubeginn soll 2028 sein, und 2030 soll das Zentrum startklar sein.

Mit dem Ziel eines deutschen oder bayerischen Houston wird auf das zentrale Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston/Texas angespielt.

OHB gründet «European Moonport Company»

Zudem kündigten Söder und der Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur ESA, Josef Aschbacher, an, möglichst schneller als geplant europäische Technologie zum Mond fliegen zu wollen: Vision ist eine europäische Mondstation mit viel Technik auch aus Deutschland und speziell aus Bayern. Der Raumfahrtkonzern OHB gab dazu im Beisein Söders die Gründung einer eigenen «European Moonport Company» bekannt. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Münchner Flughafen ein erstes Konzept für eine zentrale Start- und Landebasis auf der Mondoberfläche erarbeitet.

Söder: Sprungbrett ins All

Der Mond sei so wichtig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sagte Söder. Zwar wolle man weiterhin mit den USA kooperieren - aber Europa solle noch besser und noch stärker werden. «Der Mond ist unser Sprungbrett ins All.» Söder betonte, der Mond sei letztlich auch eine Zwischenstation zum Mars.

Aschbacher erklärte, man wolle den Mond quasi als «nächsten Kontinent» erforschen. Doch bevor man wieder Astronauten auf den Mond bringen könne, müsse man mit Robotern und anderer Technologie beginnen. Sein Ziel sei es, dass dies nicht erst im Jahr 2030 oder 2031 geschehe, sondern schneller.

Ziel ist dauerhafte Präsenz auf dem Mond

Am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen befindet sich heute bereits eines der Kontrollzentren für die internationale Raumstation ISS. Dort soll nun das neue Mondkontrollzentrum angedockt werden. Dabei gibt es eine enge Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die im Rahmen des «Artemis»-Programms in wenigen Jahren wieder Menschen zum Mond schicken will. Ziel ist eine dauerhafte menschliche Präsenz am Mond in internationaler Kooperation. Zunächst sollen heuer mit der «Artemis 2»-Mission erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen.

«Mit der Gründung der European Moonport Company unterstützen wir die europäische Ambition, aus eigener Kraft eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond aufzubauen», sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. Der Mond sei schon immer ein spannendes Ziel gewesen. «Wir wollen Europas Aufbruch zum Mond nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten.»

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

26.01.2026
Blackout: Was er bedeutet – und wie wir uns vorbereiten können
Ein Blackout bezeichnet einen großflächigen, länger andauernden Stromausfall, der nicht nur einzelne Haushalte, sondern ganze Regionen oder Länder betrifft. Anders als bei kurzen Stromunterbrechungen kann ein Blackout Stunden oder sogar Tage dauern und weitreichende Folgen haben.
23.08.2023
Traditionelles Ludwigfeuer
Oberammergau ehrt König Ludwig II. mit beeindruckendem Feuerspektakel
19.09.2023
Benefizkonzert "Ammertal hilft"
Blasmusik Benefizkonzert für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Bad Bayersoien
29.11.2023
Skipasspreise für Familien in Deutschland deutlich günstiger
ADAC Vergleich in 25 beliebten Skigebieten - In der Schweiz und in Italien müssen Skifahrer am meisten bezahlen
23.02.2023
Ab heute: Warnung direkt aufs Smartphone
Das Handy-Warnsystem Cell Broadcast ist ab sofort deutschlandweit verfügbar. Es soll Menschen mit einem lauten Ton vor Katastrophen warnen.
17.09.2024
Bahn rüstet sich für Wiesn: Mehr Züge, mehr Reinigung
Auch die Deutsche Bahn bereitet sich auf den Wiesn-Ansturm vor. Millionen von Gästen aus aller Welt werden ab Samstag erwartet.