Wolf | © Unsplash / M. Zonderling

Bayerns Wolfsverordnung wird erneut Fall für Justiz

Lesedauer 2 Minuten
Quelle: dpa/lby
19.12.2024

Die umstrittene bayerische Wolfsverordnung ist erneut ein Fall für die Justiz. Der Bund Naturschutz (BN) will am heutigen Donnerstag seine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht einreichen. «Da die Verordnung von der Staatsregierung im exakt gleichen Wortlaut erneut erlassen wurde, hatten wir gar keine andere Möglichkeit, als erneut zu klagen», sagte BN-Wolfsexperte Uwe Friedel der Deutschen Presse-Agentur.

Mitte Juli hatte das Gericht die Verordnung gekippt, weil sie einen Formfehler im Gesetzgebungsverfahren erkannt hatte. Die Staatsregierung hatte auf die Beteiligung von anerkannten Naturschutzverbänden verzichtet, hätte diese aber zu Wort kommen lassen müssen. Seit Mitte Oktober ist die Verordnung nun bereits wieder in Kraft - inhaltsgleich.

BN hofft auf inhaltliche Prüfung des Gesetzes

Da es sich bei der erneuten Klage nicht um einen Eilantrag handelt, bleibt die Verordnung vorerst weiterhin in Kraft. Der BN setzt große Hoffnungen in die Klage: «Nun wird das Gericht die Verordnung auch inhaltlich prüfen und ein entsprechendes Urteil fällen. Die Verordnung verstößt in mehreren Punkten ganz klar gegen nationales und internationales Naturschutzrecht», so Friedel.

Die sich inzwischen abzeichnende Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene wird nach Ansicht des BN keine Rolle für die Verhandlung spielen. «Wir sind uns recht sicher, dass wir die Klage erneut gewinnen werden. Vielleicht findet die Staatsregierung danach zu einer rechtskonformen und faktenbasierten Wolfspolitik zurück», betonte Friedel.

BN: Verordnung strotzt von rechtswidrigen Regelungen

Aus Sicht des BN strotzt die Wolfsverordnung nur so von rechtswidrigen Regelungen. So sei es beispielsweise nicht haltbar, dass ein Wolf, der sich auf 200 Meter an Gebäude annähere, für Menschen eine Gefahr darstelle. Auch bei der Definition der Gebiete, die nicht durch Zäune oder andere Hilfsmittel schützbar seien, sei die Staatsregierung weit über das Ziel hinausgeschossen. Diese Beurteilung müsse objektiven und nachvollziehbaren Kriterien folgen und sei kein Wunschkonzert, um die Meinung der Staatsregierung durchzusetzen.

Auch in Berlin gibt es rechtliche Zweifel an der Verordnung

Die bayerische Wolfsverordnung ist nicht nur bei Tier- und Naturschützern umstritten: Auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags war bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass sie nicht mit dem geltenden Bundes- und EU-Recht vereinbar sei.

Themen
Teilen

WEITERE ARTIKEL

11.10.2025
Weltmädchentag: In Deutschland wird es pink / Beleuchtungsaktion von Plan International für mehr Chancengleichheit
Deutschland zeigt Farbe: Zum Weltmädchentag am 11. Oktober werden über 60 bekannte Denkmäler und Gebäude in mehr als 25 deutschen Städten pinkfarben leuchten. Mit der bundesweiten Illuminierung macht die Kinderrechtsorganisation Plan International auf die fehlende Chancengleichheit für Mädchen in vielen Ländern dieser Welt aufmerksam.
11.05.2023
Kostenlose Periodenprodukte an Schulen im Oberland
Jugendforum setzt sich für den kostenlosen Zugang zu Tampons und Binden ein
04.02.2026
«Deutsches Houston»: Söder gibt 58 Millionen für Mondzentrum
In wenigen Jahren sollen wieder Astronauten zum Mond fliegen. Bayern will dabei mit in der ersten Reihe stehen. Und macht dafür viel Geld locker.
03.05.2023
Die Eisheiligen 2023
Wann sind die Eisheiligen und was bedeuten Sie?
21.06.2023
Das Radio-Comeback des Jahres
Christian Winkler, der EHC Red Bull München-Manager, kehrt zurück ans Mikro von Radio Oberland.
05.11.2025
Bank-Azubi räumt ab: 21-Jähriger gewinnt 2,8-Millionen-Euro-Luxusvilla im Oberland - für nur 25 Euro
Der 21-jährige Bank-Azubi Jonas Groth aus der Nähe von Hamburg hat eine Luxusvilla im Wert von 2,8 Millionen Euro in der Nähe des Starnberger Sees gewonnen - plus 100.000 EUR in bar. Der freiwillige Feuerwehrmann erlebte über Nacht eine komplette Lebensveränderung - vom bescheidenen Zuhause im Norden zur Alpenvilla im Süden. "Ich wohne noch bei meinen Eltern - aber jetzt können meine Eltern bei mir wohnen", sagt Jonas lachend. Die Omaze Millionen Euro Haus Lotterie sammelte dabei 1.005.000 EUR für die Partnerorganisation Plan International Deutschland.