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Volkskrankheit Grüner Star: Gefahr fürs Augenlicht

Lesedauer 7 Minuten
Quelle: Augen-OP & Laserzentrum Dr. Doepner
27.02.2026

Der Grüne Star – medizinisch Glaukom genannt – ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Schon ab einem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko einer Erkrankung stark an. Und ein Glaukom ist tückisch. Denn es schreitet meist unbemerkt voran. Unbehandelt geht das Sehvermögen unwiederbringlich verloren.

Fast eine Million Menschen in Deutschland leben mit ihm – viele, ohne es zu wissen: Die Rede ist vom Glaukom, besser bekannt als „Grüner Star“. Die Erkrankung trifft vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte, ab einem Alter von 40 Jahren steigt das Krankheitsrisiko deutlich an.

Besonders problematisch: In der Anfangsphase verursacht ein Glaukom weder Schmerzen noch spürbare Sehstörungen. Wenn Betroffene erste Ausfälle bemerken, sind häufig bereits bleibende Schäden entstanden. Doch die gute Nachricht ist: Ein Glaukom lässt sich heutzutage gut behandeln.

Was geschieht bei einem Glaukom?

Der Begriff Glaukom umfasst verschiedene Augenerkrankungen, bei denen nach und nach die Nervenfasern der sogenannten Ganglienzellen absterben, aus denen der Sehnerv des Auges besteht. Dieser Nerv ist für die Weiterleitung der Sehinformationen vom Auge zum Gehirn verantwortlich. Glaukome führen dazu, dass das Gesichtsfeld – also der Sehbereich, der wahrgenommen wird, ohne die Augen zu bewegen – immer größere Lücken aufweist. Später nimmt auch die Sehschärfe ab. Unbehandelt kann ein Glaukom bis zur Erblindung führen.

Welche Symptome verursacht ein Glaukom?

Bei einem Glaukom sind bestimmte Bereiche des Sichtfeldes zunehmend eingeschränkt. Diese sogenannten „blinden Flecken“ treten meist in der Nähe der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) sowie bis hin zu den Rändern des Gesichtsfeldes auf. Da das zentrale Sehen anfangs erhalten bleibt, bemerken Betroffene diese Veränderungen aber häufig lange nicht.

Mit der Zeit vergrößern sich die blinden Bereiche jedoch oft und beeinträchtigen zunehmend die Orientierung im Alltag. So sehen Menschen mit Grünem Star beim Autofahren zwar geradeaus gut und erkennen die Straße klar, Personen oder Gegenstände am Rand des Blickfeldes nehmen sie hingegen nicht wahr. Auch der Wechsel zwischen unterschiedlichen Lichtverhältnissen, etwa beim Betreten eines dunklen Hausflurs, kann Schwierigkeiten bereiten. Zudem fällt es Betroffenen oft schwerer, Hindernisse wie Stufen oder Bordsteine richtig einzuschätzen.

Was ist die Ursache eines Glaukoms?

Ein Glaukom entsteht häufig durch einen erhöhten Augeninnendruck. Wenn das sogenannte Kammerwasser, welches das Auge laufend im vorderen Abschnitt neu bildet, nicht richtig abfließt, sammelt es sich an und der Augeninnendruck steigt. Das schadet den Nervenzellen, was zum Absterben des Sehnervs führt.

Aber: Ein Glaukom kann auch bei einem völlig normalen Augeninnendruck auftreten. Würde man sich allein auf die Druckmessung verlassen, bliebe etwa ein Drittel aller Glaukome unentdeckt. Maßgeblich für die Diagnose ist nicht allein der Augeninnendruck, sondern der Zustand des Sehnervs und andere Gegebenheiten.

Die häufigsten Formen des Glaukoms

Es gibt verschiedene Formen der Erkrankung. Mit Abstand am häufigsten ist das Offenwinkelglaukom. Es schreitet besonders langsam und symptomarm voran und wird deshalb oft erst spät erkannt. Hierbei ist der Winkel, der sich im vorderen Augenabschnitt zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut befindet und in dem der Abfluss des Kammerwassers stattfindet, offen.

Eine häufige Sonderform ist das Normaldruckglaukom: Hier liegt der Augeninnendruck im Normalbereich. Fachleute vermuten, dass das Glaukom durch andere Faktoren, wie z.B. eine unzureichende Durchblutung des Sehnervs, entsteht. Dies könnte unter anderem mit einem niedrigen oder stark schwankenden Blutdruck sowie Gefäßkrämpfen zusammenhängen, die sich auch durch kalte Hände und Füße bemerkbar machen können. Viele Betroffene haben zusätzliche Beschwerden wie Tinnitus.

Wesentlich seltener, aber dramatischer, ist das Engwinkelglaukom. Dabei steigt der Augeninnendruck an, weil der Winkel der Augenvorderkammer durch Vorverlagerung der Regenbogenhaut teilweise verschlossen ist.
Bei einem Glaukomanfall ist dieser Winkel ganz verschlossen, der Augendruck schießt plötzlich in die Höhe, was mit Sehverlust, Schmerzen und Übelkeit einhergeht.

Außerdem gibt es sogenannte Sekundärglaukome, die als Folge anderer Augen- oder Allgemeinerkrankungen entstehen, etwa bei schweren diabetischen Augenveränderungen oder nach Verletzungen.

Mit dem Alter steigt das Risiko

Ein Glaukom kann in jedem Alter auftreten, jedoch steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter deutlich: Ab 40 Jahren nimmt die Häufigkeit zu, jenseits des 75. Lebensjahres sind mehr als sieben Prozent von einem Glaukom-bedingten Sehnervenschaden betroffen. Neben dem Alter gibt es noch weitere Risikofaktoren, etwa wenn Blutsverwandte ersten Grades betroffen sind, eine starke Kurzsichtigkeit vorliegt oder Nikotin konsumiert wird. Zudem erkranken Menschen mit dunkler Hautfarbe häufiger an Grünem Star.

Wie ein Glaukom festgestellt wird

Die wichtigste Untersuchung, um Grünen Star festzustellen, ist der sogenannte Sehnerv-Check. Dabei beurteilt der Augenarzt mit Hilfe verschiedener Geräte den Sehnervenkopf am Augenhintergrund. Das geht schnell, ist schmerzfrei und ohne Risiko. Ergänzend wird der Augeninnendruck gemessen. Besteht ein erster Verdacht, folgt meist eine Gesichtsfelduntersuchung. Damit lassen sich typische optische Ausfälle sichtbar machen, die Betroffene selbst noch gar nicht wahrnehmen. Mit modernen Verfahren wie der Optischen Cohärenz-Tomographie (OCT) können Nervenfasern und Sehnerv digital präzise untersucht und Veränderungen genau dokumentiert werden.

Wie lässt sich Grüner Star behandeln?

Ziel einer Glaukom-Therapie ist es, den Augeninnendruck zu senken und den Sehnerv zu schützen. Dafür gibt es Augentropfen mit verschiedenen Wirkstoffen. Reicht das nicht aus, kommen Laserbehandlungen oder operative Eingriffe infrage. Welche Therapie geeignet ist, hängt vom individuellen Risiko, dem Ausmaß der Sehnervenschädigung und dem bisherigen Krankheitsverlauf ab. Der behandelnde Augenarzt kann am besten einschätzen, welche Therapie im individuellen Fall die beste für den Patienten ist.

Wer sollte zur Vorsorge gehen – und wann?

Offenwinkelglaukom und Normaldruckglaukom machen zusammen über 90 Prozent aller Glaukom-Erkrankungen aus. Gerade in frühen Stadien sind sie gut behandelbar. Meist werden diese Formen des Grünen Stars im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Ohne Screening bleibt die Erkrankung häufig lange unbemerkt.

Fachleute empfehlen daher spätestens ab dem 40. Lebensjahr eine regelmäßige augenärztliche Vorsorge. Gibt es Glaukom-Erkrankungen in der Familie oder liegt eine starke Kurzsichtigkeit vor, so sollten Sie sich früher untersuchen lassen. Auch Menschen mit Diabetes und fortgeschrittenen Augenveränderungen gehören zur Risikogruppe. Je nach Befund empfiehlt der Augenarzt Kontrollen in Abständen von einem bis fünf Jahren oder leitet weitere Untersuchungen ein.

Frühes Handeln zählt

Ist der Sehnerv durch ein Glaukom erst einmal geschädigt, lässt sich der Verlust nicht mehr rückgängig machen. Eine Behandlung kann nur bewahren, was noch vorhanden ist. Die Chancen dafür stehen umso besser, je früher ein Glaukom erkannt wird. Deshalb gilt: Auch wer keine Beschwerden hat, sollte das Thema ernst nehmen – spätestens ab dem 40. Geburtstag. Denn regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen in der Augenarztpraxis sind der wirksamste Schutz vor dem schleichenden Verlust des Augenlichts.

 

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