e-bike, mountainbike, wald, tour, berge, österreich | © Unsplash / jens schwan

E-Bike am Berg: Arzt sieht mehr Unfälle und ältere Patienten

Lesedauer 2 Minuten
Quelle: dpa
21.07.2025

Mit dem Radl auf holprigen Gebirgswegen - immer wieder einmal landet ein Mountainbiker nach einem Sturz im Krankenhaus. Mit den E-Mountainbikes steigt Medizinern zufolge die Zahl der Unfälle. «Das bemerken wir in der Unfallchirurgie ebenso wie in der Neurochirurgie», sagt Fabian Stuby, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Unfallchirurgie an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Dort landen wegen der Nähe zu den Bergen und wegen der hohen Spezialisierung sommers wie winters zahlreiche Patienten nach Bergunfällen. 

Stuby verweist auch auf Zahlen des Statistischem Bundesamtes. Demnach haben sich von 2014 bis 2024 die Unfälle allgemein mit E-Bikes - oder Pedelecs - mehr als verzehnfacht. Zudem endeten E-Bike-Unfälle häufiger tödlich als Unfälle mit Fahrrädern ohne Hilfsmotor.

Immer schwerere Verletzungen bei Stürzen

Auch die Verletzungsschwere nehme zu, sagt der Mediziner. «Am meisten sind die Körperstellen betroffen, mit denen man in der Regel aufschlägt: Kopf und Oberkörper, zum Beispiel das Gesicht, die Schulter oder das Schlüsselbein.» 

Betroffen seien oft auch Handgelenke und Ellenbogen, es gebe Wirbelsäulenverletzungen oder Schädel-Hirn-Traumata, eine je nach Schwere potenziell tödliche Verletzung.

Motor ersetzt nicht Erfahrung

Das E-Bike, so ist auch bei Bergsportverbänden und Bergrettern zu hören, ermöglicht teils Menschen ohne besondere Mountainbike-Erfahrung den Ausflug auf steilen Wegen.

«E-Bikes verleiten zur Selbstüberschätzung», warnt Stuby. «Mit E-Mountainbikes zum Beispiel kommen auch Personen auf den Berg, die es ohne Motorunterstützung nicht geschafft hätten. Die sollten sich aber ehrlich fragen, ob sie die nötige Erfahrung für unbefestigte Berg-Trails haben, auch beim wieder Herunterfahren mit einem schweren E-Bike.» Denn diese sind schwieriger abzufangen, wenn sie ins Schlingern kommen. 

Ältere Fahrer besonders gefährdet

In Murnau sehen die Ärztinnen und Ärzte nun auch andere Patientengruppen als früher. «Wir behandeln auf jeden Fall mehr Ältere nach Fahrradunfällen als früher.» Deren Chancen seien bei der Heilung oft schlechter. «Bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma zum Beispiel haben junge Menschen eine deutlich bessere Prognose als ältere. Auch in Hinblick auf andere Verletzungsmuster kann das Alter eine Rolle spielen, etwa bei Knochenbrüchen.»

Wer ein E-Bike fährt, sollte unbedingt einen Helm tragen. Für einige Modelle gebe es eine gesetzliche Helmpflicht, sagte Stuby. Aber stets könnten Helme eventuell Schlimmeres verhindern.

Teilen

WEITERE ARTIKEL

08.03.2023
Ottifanten in Bernried
Otto Waalkes wird 75. Das Buchheim-Museum feiert den Komiker im Sommer mit einer bunten Ausstellung.
03.02.2023
Winter-Check fürs Rad
Wer sein Bike auch in den kälteren Monaten nutzen möchte, sollte regelmäßig überprüfen, ob es für sichere Touren bei frostigen Temperaturen gewappnet ist.
23.10.2024
Was der «Lonely Planet» für 2025 empfiehlt
Für 2025 empfiehlt ein Trend-Reiseführer der Marke «Lonely Planet» wieder Dutzende Ziele. Darunter sind diesmal ein deutsches Bundesland, ein Schweizer Kanton und ein Lieblingsreiseziel der Deutschen.
25.01.2023
Rodelglück und Kaiserschmarrn
Wer Bad Kohlgrubs Hausberg, das Hörnle, mit einem Schlitten im Schlepptau erklommen hat, wird mit vier Kilometer rasantem Rodelspaß belohnt.
30.08.2023
Aufgspuit im Murnauer Moos
Traditionelle Volksmusik im Einklang mit der Natur
17.12.2025
Purer Genuss für alle "Foodies"
Ab zum 1. Winter Indoor Streetfoodfestival vom 09. bis 11. Januar 2026 - Ihr habt Lust auf leckeres Essen (nicht von der Stange) und klasse Ambiente? Dann seid ihr in Seefeld genau richtig!