Movers in Brooklyn http://metropolismoving.com | © Unsplash / Handiwork NYC

Zu hohe Preise: Mehrheit will Großstädte verlassen

Lesedauer 4 Minuten
Quelle: ots
21.03.2024

Im Speckgürtel der Metropolen hat ein Großteil der Kaufinteressierten schon länger gesucht. Dort sind die Preise günstiger und man hat ein naturnahes Umfeld, das gerade vielen Familien gefällt. Doch auch Mietsuchende weichen aufgrund des fehlenden Wohnraums und den rasant steigenden Mieten nun mehrheitlich auf das Umland aus.

'Die Mehrheit der Menschen findet in den Metropolen keine bezahlbaren Mietwohnungen mehr. Sie sind gezwungen, ihre Suche auf das erweiterte Umland der Metropolen auszuweiten. Besonders drastisch zeigt es sich in Berlin, wo innerhalb von fünf Jahren die Suchanfragen für Mietobjekte innerhalb der Stadt um fast 20 Prozentpunkte abgenommen haben', erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. 'Beim Suchverhalten der Stuttgarter:innen erkennt man aber auch, dass ein gut angebundener ländlicher Raum für Kaufsuchende durchaus interessant sein kann.'

Mehrheit sucht nun zur Miete im Speckgürtel - in München sogar jede:r Zweite

Anfang 2024 suchen erstmals mehr Bewohner:innen der sieben größten deutschen Metropolen in deren Speckgürtel nach einer neuen Mietwohnung (41,9 Prozent) als innerhalb der Stadtgrenzen (35,8 Prozent). Im Vorjahr waren die Verhältnisse noch entgegengesetzt. Anfang 2023 sahen sich 43,8 Prozent der Suchenden innerhalb der Stadt um und nur 35 Prozent suchten im Speckgürtel. Das ist die größte Bewegung innerhalb der letzten fünf Jahre.

Besonders stark zeigt sich die Entwicklung in Berlin. Zwar werden immer noch überwiegend Mietimmobilien innerhalb der Großstadt gesucht (43,1 Prozent), doch der Anteil der Suchanfragen ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozentpunkte zurückgegangen. In keiner anderen deutschen Metropole zeigt sich eine so starke Verschiebung des Suchbereichs. 2019 suchten noch über 60 Prozent der Berliner:innen innerhalb der Stadt nach einer neuen Mietwohnung. Nun ist der Berliner Speckgürtel (37,1 Prozent) sowie das erweiterte Umland (9,8 Prozent) stärker nachgefragt.

In München ist der Anteil der Suchanfragen innerhalb der Stadt auf 28,2 Prozent zurückgegangen. Nunmehr jede zweite Suchanfrage aus München entfällt auf den Speckgürtel. Auch die ländliche Region wird bei der Mietsuche interessanter und ist von 12,1 auf 14 Prozent gestiegen. In Köln wirdebenfallsseit diesem Jahr mehrheitlich im Speckgürtel gesucht. Nur noch etwas mehr als ein Drittel der Suchanfragen entfällt auf den Innenstadtbereich. 2023 war es umgekehrt: 42,6 Prozent der Anfragen für eine Mietwohnung fielen auf den Stadtbereich und 35,5 Prozent auf den Speckgürtel.

Käufer:innen bleiben dem Speckgürtel treu

Unter Kaufsuchenden ist der Speckgürtel schon lange bevorzugt. Aber erstmals entfallen darauf mehr als 40 Prozent der Suchanfragen, gefolgt vom ländlichen Raum auf Rang zwei mit 26 Prozent. Das Interesse nach Eigentum innerhalb der Metropole nimmt aufgrund der gestiegenen Preise weiter ab. In Berlin gelten erstmals weniger als 30 Prozent der Kaufgesuche dem Stadtinneren. Auf den Speckgürtel fallen nunmehr 38 Prozent der Suchanfragen. Anders als im Durchschnitt der Metropolen war die Nachfrage nach Eigentum im Stadtbereich und im Speckgürtel der Hauptstadt 2019 noch ausgeglichen. 36,4 Prozent der Suchanfragen fielen auf den Stadtbereich und 36,7 Prozent auf den Speckgürtel.

Die Stadt München hingegen ist für Kaufsuchende schon lange ein zu teures Pflaster. Weniger als jede:r Fünfte sucht noch in der Isarmetropole nach einer Kaufimmobilie. Im Speckgürtel hingegen ist das Suchaufkommen im Vergleich zu 2023 noch einmal um über 5 Prozentpunkte auf 45,7 Prozent gestiegen, während der ländliche Raum einbüßt. Auch in Stuttgart entfällt mit nur mehr 21 Prozent ein unterdurchschnittlicher Anteil der Suchanfragen auf den Stadtbereich. Zwar sucht auch hier die Mehrheit im Speckgürtel (38,9 Prozent). Doch besonders - und mehr noch als bei Wohnobjekten zur Miete - suchen Menschen aus Stuttgart im ländlichen Raum. 31,9 Prozent aller Suchanfragen entfallen darauf. Das sind 5,9 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt.

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