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Zacken aus der Krone – Reparatur von Zugspitz-Gipfelkreuz wird dauern

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: dpa/ Bayerische Zugspitzbahn
07.02.2024

Garmisch-Partenkirchen - Das berühmte Gipfelkreuz an Deutschlands höchstem Berg hat einen Teil seiner Strahlkraft verloren: Ein Zacken seines goldenen Strahlenkranzes ist abgebrochen. Weil in der Höhe tiefer Winter herrscht, werde es Wochen dauern, bis die Reparatur angegangen werden können, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Verena Tanzer, am Mittwoch. Mehrere Medien hatten über den fehlenden Zacken mit den drei Strahlen berichtet. Schon zum dritten Mal seit 2017 hat das vergoldete Kreuz Schaden genommen und muss wiederhergestellt werden.

Wahrscheinlich hatte der heftige Sturm um Weihnachten herum an dem 2962 Meter hohen Gipfel das Stück mit den Strahlen heruntergerissen. Am Tag vor dem Heiligen Abend hatten das Sturmtief «Zoltan» gewütet, an der Zugspitze wie auch in einigen anderen Skigebieten konnten Seilbahnen und Lifte nicht fahren.

Das Fehlen des Stücks sei nach Weihnachten festgestellt worden, sagte Tanzer. Rund zwei Wochen später, am 9. Januar, sahen Mitarbeiter bei Arbeiten an der Südseite des Gipfels im Schnee etwas Goldenes glitzern - das abgebrochene Stück.  Der stellvertretende Betriebsleiter der Bayerischen Zugspitzbahn, Julian Fremgen, barg das rund fünf Kilogramm schwere Stück am Seil gesichert.

«Aktuell ist in Klärung, wie, wann und wo das Gipfelkreuz gerichtet wird», sagte Tanzer. Eine Demontage und ein Transport des 4,88 Meter hohen und 300 Kilogramm schweren Kreuzes ins Tal sei um einiges kostenintensiver als eine Reparatur direkt am Gipfel. «Unsere Vermutung ist: Das wird wahrscheinlich am Berg passieren», sagte Tanzer.  

2017 war das Kreuz bei Bauarbeiten zur neuen Zugspitzbahn beschädigt worden, damals musste es extra ins Tal gebracht werden. 2019 hatte der Sturm genau den gegenüberliegenden Zacken heruntergerissen. Auch damals wurde das Stück gefunden - und konnte am Berg wieder angebracht werden. 

Seit 1851 steht auf der Zugspitze ein vergoldetes Gipfelkreuz. Seit rund 30 Jahren steht auf dem Gipfel aber eine Nachbildung, das Original ist im Museum Werdenfels zu sehen.

Weitere Informationen zur Geschichte des Gipfelkreuzes:

Das erste Gipfelkreuz wurde im Jahr 1851 errichtet. Pfarrer Christoph Ott konnte es nicht ertragen, dass der „Fürst der bayerischen Gebirgswelt“ ganz ohne geschmücktes Haupt dastand. Also organisierte er im August 1851 eine Expedition zur Errichtung eines Kreuzes auf dem Westgipfel. Mit 2964 Höhenmetern war dieser früher der höchste Gipfel der Zugspitze.

Durch zahlreiche Blitzeinschläge hat das Gipfelkreuz im Verlauf der Jahre ziemlich gelitten und musste im Winter 1881/1882 renoviert werden. Anschließend wurde es auf dem Ostgipfel errichtet, da sich auf dem Westgipfel inzwischen eine Unterkunftsbaracke befand.

111 Jahre später wurde es wieder abmontiert. Wettereinflüsse sowie der Beschuss von Soldaten am Kriegsende hatten es irreparabel beschädigt. Eine originalgetreue Nachbildung wurde angefertigt, diese ist 4,88 Meter hoch und fast 300 Kilogramm schwer. Das Original von 1851 wird aktuell im Werdenfels Museum ausgestellt.

Am 16. Oktober 1993 wurde das aktuelle Gipfelkreuz aufgestellt. Wegen der extremen Witterungsverhältnisse musste es 2009 restauriert und neu vergoldet werden. 2017 wurde es durch die Bauarbeiten der neuen Seilbahn erneut beschädigt, doch seit Dezember 2017 steht es wieder intakt auf dem Gipfel.

Bild © Bayerische Zugspitzbahn - Bergung mit Julian Fremgen (stv. Betriebsleiter) im Hang
Bild © Bayerische Zugspitzbahn - Bergung mit Julian Fremgen (stv. Betriebsleiter) im Hang
Bild © Bayerische Zugspitzbahn - Julian Fremgen (stv. Betriebsleiter) mit dem geborgenen Stück
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