Die Starkbiersaison ist eröffnet. | © Hoppe Bräu
Bild © Hoppe Bräu

Jetzt ist Starkbierzeit!

Zwischen Aschermittwoch und der Karwoche liegt in Bayern die traditionell fünfte Jahreszeit. Auch hier im Oberland werden vollmundige Fastenstarkbiere gebraut.

Lesedauer 3 Minuten
Quelle: ro/Marion Jetter
21.02.2023

Vorbei ist es mit dem Fasching, denn ab Aschermittwoch befinden wir uns ganz offiziell in der Fasten- bzw. Starkbierzeit. Fasten und Starkbier? Wie passt das zusammen? Den Ursprung muss man in den bayerischen Klöstern des 11. Jahrhunderts suchen.  Genau genommen bei den Mönchen des Paulaner-Ordens.  Da die Fastenregeln zu dieser Zeit noch sehr streng waren, brauten die findigen Mönche das Bier stärker ein, um davon satt zu werden. Also auch ohne feste Nahrung, bzw. die erlaubte eine Mahlzeit pro Tag, auf die benötigten Kalorien zu kommen. 

Vom „Sankt Vater"-Bier zum „Salvator“

Nach einer alten Überlieferung bekamen die Mönche ein schlechtes Gewissen und schickten damals ein Fässchen des frisch gebrauten Sudes nach Rom, um das alkoholische Getränk vom Papst persönlich genehmigen zu lassen. Durch die langen Transportwege über die Alpen und die südlichen Temperaturen war das Starkbier jedoch verdorben und sauer geworden. Dadurch bestätigte der Heilige Vater ohne Bedenken, dass sich dieses Getränk durchaus als Buße während der Fastenzeit eigne. Aus dem „Sankt Vater“ Bier wurde dann im Volksmund „Salvator“. Und noch heute erkennt man bayerische Fasten-Starkbiere an ihren charakteristischen Endungen wie Animator, Delicator, Maximator oder Triumphator.

Handg’macht’s Starkbier, ganz wuid

Einer der sich beim Brauen des Starkbiers besonders viel Mühe gibt ist Markus Hoppe aus Waakirchen. Seine ausgefallenen Craft-Biere tragen Namen wie „Fuchsteufelswuid“ oder „Bierle in da Sun“ und sind weit über die Grenzen des Oberlands bekannt. Beim dunklen Bock, der mit einem Alkoholgehalt von sieben Prozent nur zur Starkbiersaison erhältlich ist, setzt der Diplom-Braumeister auf eine alte Braukunst: „Unser Bock wird 90 Tage gelagert. Dadurch schmeckt er besonders rund, malzig, mild und süffig. Und vor allem nicht so süß wie viele andere.“ 

Brauer aus Leidenschaft

In den Tanks von Hoppe-Bräu entstehen neben dem limitierten Starkbier auch ganz besondere Mikrobier-Kreationen. „Wuida Hund war das erste Bier, dann kamen Vogelwuid, Wuide Hehna und Fuchsteufelswuid“, erzählt Markus Hoppe. Sein Geheimnis? Hopfenstopfen! Dabei gibt man den Hopfen erst nach dem Kochen der Bierwürze in den Tank. „So verdampfen die Öle und Aromastoffe nicht, sondern gehen ins Bier über. Das schmeckt, als würde man auf ein Feld gehen, eine frische Hopfenblüte aufbrechen und hineinriechen.“

Bergblick oder Bierblick

Wer eines der Bierkreationen probieren möchte, wird sicher in einer der umliegenden Getränkemärkte fündig. Oder man besucht den sympathischen Brauer in seiner Schaffensstätte in Waakirchen, einem kleinen Örtchen zwischen Bad Tölz und Tegernsee. Neben dem neuen, mit Lärchenschindeln verkleideten Produktionsgebäude liegen der große Biergarten und das Gasthaus „Zapferei“. Markus Hoppe: „Hier hat der Gast hat die Wahl zwischen Bergblick und Bierblick: Durch ein großes Fenster im Schankraum sieht man in die Halle mit den glänzenden Edelstahltanks, durch andere die umliegende Berge.

Veranstaltungstipp:

4.März 2023: Starkbierabend in der Brauerei zwischen den Kesseln mit Musik, Leberkas und Kartoffelsalat und Fassbier. Einfach und Schee mitten in der Brauerei. www.hoppebraeu.de

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