Wintergemüse zubereiten | © shutterstock/Kolpakova Svetlana
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Geliebtes Wintergemüse

Wer jetzt über den Wochenmarkt schlendert, entdeckt neben Grünkohl, Rote Bete und Kürbis jede Menge bisher (vielleicht) unbekannte Gemüsesorten. Höchste Zeit mal etwas Neues auszuprobieren.

Lesedauer 7 Minuten
Quelle: ro/Marion Jetter
10.02.2023

Der Winter ist die Zeit, in der Ruhe einkehrt. Die Natur liegt brach, der Boden kann sich erholen und Kraft für den kommenden Frühling sammeln. Und auch das Angebot an frischem Obst und Gemüse ist nicht mehr so üppig und farbenfroh wie im Sommer. Doch gerade das macht den Reiz aus und lädt uns dazu ein, neue Gerichte auszuprobieren. Langsam geschmorte Speisen, kräftige Suppen und warme Salate sind es doch, die den Winter so besonders machen.

Keine Angst vor Kraut und Rüben

Ob farbenfrohe Wurzeln, faustgroße Knollen oder erdverkrusteten Wurzeln, greifen Sie zu. Denn so kompliziert, wie sie vielleicht wirken, sind diese Gemüsesorten gar nicht. Im Gegenteil! Sie schmecken hervorragend und liefern zusätzlich eine Extraportion Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, um unser Immunsystem zu stärken. 

Rotkohl

Rotkohl zu winterlichen Schmorgerichten wie Enten-, Gänse- oder Schweinebraten ist ein echter Klassiker. Doch das leuchtend lila Gemüse ist mit seiner Nebenrolle als „Sättigungsbeilage“ eindeutig unterfordert. Denn er lässt sich beispielsweise wunderbar für knackige Salate, Gratins und sogar für einen vitaminreichen Smoothie einsetzen. Übrigens: Die schöne Farbe, der Geschmack und die Vitamine bleiben bei Rotkohl am besten erhalten, wenn man ihn so kurz wie möglich gart. Ernährungsexperten kennen noch weitere Gründe, das Wintergemüse etwas häufiger aufzutischen: Schon 200 Gramm Rotkohl decken mit 100 Milligramm den Tagesbedarf an Vitamin C sowie bis zu 400 Prozent (!) der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K. Durch seinen hohen Ballaststoffgehalt hält er nicht nur lange satt, sondern bringt auch eine müde Verdauung auf Trab. 

Rosenkohl

Klein aber oho: Sein Vitamin C-Gehalt übertrifft alle großen Vertreter der Kohlfamilie. Doch auch sonst kann der Kohl-Mini punkten - nicht nur wegen seinem Potpourri an gesunden Inhaltsstoffen. Seine Bitterstoffe regen die Verdauung an und beruhigen den Magen.  Übrigens: Wer von Kohl normalerweise Blähungen und Bauchschmerzen bekommt, kann bei Rosenkohl meistens ohne Probleme zugreifen: Durch seine Struktur und Zusammensetzung ist Rosenkohl besonders bekömmlich. Frischer Rosenkohl kann etwas bitter sein. Mit einer längeren Garzeit lässt sich der bittere Geschmack aber gut „wegkochen“: Einfach die äußeren Blätter abtrennen und die Röschen in kochendem Salzwasser 6–8 Minuten bissfest garen. Oder: Die Röschen nach dem Kauf für ein paar Stunden ins Gefrierfach legen. Der Frost wandelt die Bitterstoffe in Zucker um und der Kohl schmeckt süßer.

Grünkohl

Grünkohl zählt zu den vitaminreichsten Lebensmitteln überhaupt: bereits eine 100 g-Portion deckt den Tagesbedarf von 100 mg an abwehrstärkendem Vitamin C. Kein Wunder, dass er sich von einer simplen Zutat in deftiger Hausmannskost in den letzten Jahren zum absoluten Trendgemüse gemausert hat. Doch der beliebte „kale“ hat noch mehr zu bieten: seine Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, Senföle wirken antibakteriell und der grüne Farbstoff Chlorophyll bindet Gifte und schleust sie aus dem Körper. Damit der Körper alle Inhaltsstoffe optimal aufnehmen und verwerten kann, den Kohl am besten hacken oder pürieren, um die Zellmembranen aufzubrechen. Entweder roh als Salat oder Smoothie genießen oder zum Beispiel zu Pasta kombinieren oder Suppe verarbeiten. 

Fenchel

In den kühlen Wintermonaten wächst das Knollengemüse langsamer, treibt nicht so schnell aus und schmeckt viel zarter und vor allem aromatischer. Im Fenchelgrün stecken besonders viele Vitamine, also immer mitverwenden! Die in Fenchel enthaltenen ätherischen Öle wirken bei Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit, Schmerzen und Krämpfen. Übrigens: Schon mit 200 Gramm Fenchel ist das Tagessoll an Vitamin B1 zu rund einem Drittel erfüllt. Das Vitamin B1 stärkt Herz und Muskeln, kann als sogenanntes "Nervenvitamin" aber auch bei Stress helfen. Dass der Fenchel bei uns immer noch eine unbedeutende Nebenrolle spielt, mag auch daran liegen, dass viele einfach nicht wissen, was sie damit anstellen sollen. In Italien hingegen, zählt das Knollengemüse zu den kulinarischen Lieblingen und wird gedünstet, gefüllt, in Pastasaucen, geschmort oder überbacken aufgetischt.

Rote Bete

Wer die Rote Bete bsiher nur aus dem Glas kennt, der hat definitiv etwas verpasst. Denn das klassische Wintergemüse schmeckt frisch zwar anders, aber mindestens genauso gut, wenn nicht besser. Vor allem die bunten und sogar gestreiften Sorten, mit ihrem nussigen Aroma. Und gesund ist das Wintergemüse obendrein: Farbgebende Betazyane stärken das Immunsystem, Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Zusätzlich liefert die Rote Bete weitere blutbildende Stoffe wie Eisen, Kupfer und Mangan. Beim Einkauf gilt: nicht zu groß und nicht zu dick sollte die frische Rote Bete sein, denn sehr große Exemplare (größer als ein Tennisball) sind leider oft holzig.Tipp: Variieren Sie doch mal den Klassiker Tomate-Mozzarella und reichen Sie Rote Bete zu dem cremigen Käse. Wow!

Kürbis

Jedes Jahr aufs Neue erobert das leuchtend bunte Gemüse unsere Küchen. Und nicht nur, weil uns Hokkaido & Co. mit ihren kräftigen Orangetönen verzaubern. Sie enthalten große Mengen an Vitamin A, B-Vitaminen, Kalium, Kupfer und Mangan. Im Gegensatz zu anderen Kürbissorten kann man beim Hokkaido die Schale übrigens mitessen. Einfach in Spalten schneiden, würzen, mit Öl beträufeln und im Ofen schmoren. Lecker!“ Doch auch die anderen Sorten wie Butternuss- oder Muskatkürbis lassen sich auf unzählige Arten zubereiten. Der Spaghettikürbis heißt so, weil sein Fruchtfleisch nach dem Kochen in feine „Spaghetti“ zerfällt. Man kann sie wie gewohnt mit Tomatensoße oder Bolognese genießen. 

Blumenkohl

Vorbei sind die Zeiten, in denen Blumenkohl mit Butter abgeschmälzt oder in literweise Hollandaise ertränkt wurde. Heute genießt man die die weißen Röschen als leckere Low-Carb-Alternative zu Reis, Mehl oder Couscous. Besonders aromatisch schmeckt Blumenkohl als Salat, wenn man ihn zuvor mit etwas Öl und Kräutern im Ofen röstet. Halten Sie beim Einkauf Ausschau nach gelbem oder violettem Blumenkohl. Die bunten Röschen sind aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) extrem gesund für die Augen und die Haut. Durch simples Kochen im Wasser verlieren sie jedoch leider ihre leuchtende Farbe. Deshalb am besten dünsten, braten oder einfach roh genießen. Der penetrante Geruch beim Kochen von Blumenkohl entsteht durch enthaltene Schwefelstoffe, die beim Erhitzen frei werden. Ein Schuss Milch im Kochwasser können die Schwefelstoffe jedoch binden. Die Milch sorgt außerdem dafür, dass der Kohl schön hell bleibt.

((Tipp)) Blumenkohlreis – so geht´s

- Einen Blumenkohl waschen und von Blättern und Strunk befreien. 
- Kohl mit einem Messer in kleine Röschen teilen.

- Blumenkohlröschen mit einem Blitzhacker auf Reiskorngröße zerkleinern. 
- Alternativ auf einer Käsereibe klein raspeln. 
- Entweder in wenig Salzwasser 5 Min. dünsten, dann ohne Deckel 3 Min. weitergaren, bis die Flüssigkeit verdampft ist. 
- Oder in einer beschichteten Pfanne in wenig Öl bei mittlerer Hitze in einigen Minuten gar braten. Nach Belieben mit Gewürzen verfeinern.

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