Mit der Zeitumstellung am Wochenende steigt auf den Straßen im Oberland die Gefahr von Wildunfällen. In der Nacht auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Damit wird es abends früher dunkel und der Berufsverkehr fällt häufiger in die Dämmerung. Genau dann sind besonders viele Wildtiere unterwegs. Warum die Zeitumstellung für Autofahrer zum Problem werden kann, beschreibt Jäger Hartwig Görtler aus dem Landkreis Starnberg:
„Es ist für Autofahrer deswegen eine besondere Gefahr, weil die Tiere ja keine Uhr haben. Also, während man als Mensch meint, wunderbar ist schon hell, hat das Tier immer noch in seiner eigenen Zeitachse das Gefühl, mir ganz egal, ich gehe immer zur selben gefühlten Zeit raus. So, das ist das Hauptproblem in dieser Zeitverschiebung.“
Laut ADAC ist die Gefahr von Wildunfällen in der Dämmerung besonders hoch. Dabei gibt es bestimmte Straßenabschnitte, an denen das Risiko noch größer ist. Und wo sollten Autofahrer besonders aufpassen? Ludwig Görtler:
„An Stellen, wo man mit ein bisschen Nachdenken schon aufkommen könnte, dass Wildunfälle passieren können. Man fährt vom Feld in den Wald, ganz beliebte Stelle. Da sollte man eh mindestens aufmerksam sein, eigentlich sogar ein bisschen langsamer fahren. Das ist für beide Seiten, für Wild und für fürs Auto, eine sehr positive Entscheidung.“
Taucht ein Tier am Straßenrand auf, sollten Autofahrer das Tempo reduzieren, das Fernlicht ausschalten und gegebenenfalls hupen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass weitere Tiere folgen. Doch was tun, wenn ein Reh oder Wildschwein plötzlich direkt vor dem Auto steht? Dann bleiben oft nur Sekunden zum Reagieren. Ob Ausweichen eine gute Idee ist, erklärt Görtler:
„Bei Kleinwild keine Ausweichmanöver. Also alles, was ein Igel ist, was ein Dachs ist, was ein Fuchs ist, was ein Reh ist. Selbst bei einem kleinen Wildschwein keine Ausweichmanöver. Da geht das Menschenleben ganz klar vor. Bei größerem, stabilerem Wild schnelle Reaktionen und sauberes Abwägen.“
Auch der ADAC warnt vor unkontrollierten Ausweichmanövern. Wer das Lenkrad plötzlich herumreißt, riskiert schwere Unfälle. Besser ist es, kräftig zu bremsen und die Spur zu halten. Trotz aller Vorsicht lassen sich Zusammenstöße mit Wildtieren nicht immer verhindern. Was also tun, wenn es mal kracht? Ludwig Görtler:
„Ruhe bewahren. Das ist jetzt passiert. Eigensicherung: Warnblinker an, Warnweste an. Auf keinen Fall im Dunkeln nur mit Blinker rechts hingehen und gucken, was passiert ist. Anschließend kurz schauen, was dort ist. Auch nicht anfassen. Einfach liegen lassen, Polizei informieren. Sie kommt auch sehr zügig und alarmiert im Normalfall auch direkt den Jäger.“
Zusätzlich sollte die Unfallstelle mit einem Warndreieck abgesichert werden, sofern das gefahrlos möglich ist. Bei Verletzten muss der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden.
Weitere Tipps zum Thema Wildunfälle findet ihr beim ADAC.