Beim Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen geht es nach jahrelangen Verzögerungen inzwischen an vielen Stellen gleichzeitig voran. Während die großen Arbeiten an den Tunnelröhren weitgehend abgeschlossen sind, rückt jetzt der Innenausbau immer stärker in den Mittelpunkt. Raphael Zuber vom Staatlichen Bauamt Weilheim erklärt den aktuellen Stand:
„Im Tunnel wurden in den letzten Wochen die Notgehwege betoniert und die Asphaltschicht, die unter der Betonfahrbahn liegt, eingebaut. Gleichzeitig läuft der Einbau der Betondecke vom Südportal her. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, weil das läutet im Endeffekt den Abschluss der Innenausbauarbeiten ein.“
Auch außerhalb der Tunnelröhren wird weitergebaut. Am Südportal entsteht die endgültige Trasse der B23. Gleichzeitig laufen Arbeiten an den Betriebsgebäuden, den Lärmschutzwänden und den späteren Straßenanschlüssen.
Technik kommt Anfang 2027
Nach dem baulichen Innenausbau wartet der nächste große Schritt. Dann geht es unter anderem um die gesamte technische Ausstattung, die für den späteren Betrieb des Tunnels nötig ist. Beim Zeitplan sieht sich das Staatliche Bauamt weiterhin auf Kurs. Zuber sagt:
„Wichtig ist, dass Anfang nächsten Jahres der Einbau der betriebstechnischen Ausstattung beginnen kann. Das wird auch der Fall sein. Die stehen schon in den Startlöchern und wir streben weiterhin an, den Tunnel 2028 an den Verkehr übergeben zu können.“
Der Kramertunnel soll nach seiner Eröffnung vor allem den Ortskern von Garmisch vom Durchgangsverkehr entlasten.
Rund 400 Millionen Euro Gesamtkosten
2026 ist für das Projekt ein besonders arbeitsreiches Jahr. Entsprechend viel Geld fließt derzeit in die Baustelle. Wie groß das aktuelle Bauvolumen ist, zeigt auch der Finanzplan:
„Allein 2026 möchten wir circa 22 Millionen Euro verausgaben. Das zeigt dann noch mal, wie viel jetzt momentan wirklich draußen vor Ort gebaut wird. Die Gesamtkosten sind weiterhin mit rund 400 Millionen Euro veranschlagt und das wollen wir auch soweit halten.“
Die Kosten sind damit in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2022 lag die Schätzung noch bei rund 365 Millionen Euro. Als einen wichtigen Grund nennt das Staatliche Bauamt die gestiegenen Baupreise. Wenn alles weiter nach Plan läuft, soll der Kramertunnel 2028 für den Verkehr freigegeben werden.