Sonne, Regen oder doch Gewitter? Gerade jetzt im September schauen viele besonders genau auf die Wetter-App – etwa auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Planung einer Bergtour im Oberland. Wer mehrere Apps miteinander vergleicht, stellt aber schnell fest: Die Vorhersagen können sich deutlich unterscheiden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine App gut und die andere schlecht ist. Entscheidend ist unter anderem, auf welche Daten und Berechnungen die Anbieter zurückgreifen. Marco Puckert vom Deutschen Wetterdienst erklärt:
„Manche Apps nehmen Wetterwerte von naheliegenden Wetterstationen her, andere Apps wiederum verwenden aus Vorhersagemodellen herausgerechnete Wetterzustände und berechnen so das aktuelle Wetter an einem bestimmten Ort.“
Je weiter voraus, desto unsicherer
Besonders vorsichtig sollte man bei Langzeitprognosen sein. Viele Apps zeigen zwar schon weit im Voraus konkrete Temperaturen, Sonnenschein oder Regen an. Mit jedem zusätzlichen Tag wächst aber die Unsicherheit.
„Die Problematik ist die, wenn eine App suggeriert, am 12. Folgetag sei das Wetter so oder so, dann sind sich die Modelle darüber meist sehr uneins, und am nächsten Tag wird die App ein ganz anderes Wetter vorhersagen, weil eben die Modelle total streuen für Wetterprognosen in die Zukunft.“
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind zuverlässige Prognosen in der Regel nur für etwa fünf bis sechs Tage möglich. Für eine Bergtour sollte der Wettercheck deshalb möglichst erst wenige Tage vorher erfolgen – und kurz vor dem Start noch einmal aktualisiert werden.
Berge machen die Vorhersage schwieriger
Im Oberland kommt eine weitere Herausforderung dazu: die Alpen. Dort kann sich das Wetter schon auf wenigen Kilometern deutlich unterscheiden. Auch zwischen Tal und Gipfel können völlig andere Bedingungen herrschen.
Warum die Vorhersage in den Bergen besonders anspruchsvoll ist, beschreibt Puckert so:
„Und wenn eine Luftmasse aufsteigt, dann muss sie sich abkühlen und kann kondensieren, somit Wolken bilden und auch Niederschläge erzeugen. Das ist oftmals ein komplexer Vorhersagevorgang und macht die Prognose für die Alpenregionen grundsätzlich auch anspruchsvoll.“
Für Wanderer heißt das: Nicht nur auf das Wettersymbol in der App verlassen. Vor einer Tour sollten auch aktuelle Wetterwarnungen, das Regenradar und die Prognose für höhere Lagen geprüft werden. Gerade im Herbst können sich die Bedingungen in den Bergen schnell ändern.