Ein trockener Sommer, zeitweise wenig Wasser – und trotzdem eine gute Saison: Rund um Mittenwald geht der Almsommer 2026 insgesamt positiv zu Ende. Die Ziegen sind bereits im Tal, Schafe und Rinder folgen in den kommenden Wochen. Wie knapp das Wasser auf den Almen tatsächlich war, wie sich die Bauern auf trockenere Sommer vorbereiten, warum der Wolf weiter Sorgen macht und wieso freilaufende Hunde immer wieder zum Problem werden, darüber sprechen wir mit Johann Hörmann von der Weidegenossenschaft Mittenwald.
Wie ist der Almsommer 2026 verlaufen und welche Bilanz ziehen Sie?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Wir haben auch noch Glück gehabt in den Hochlagen, dass das Wasser vorhanden war. Weil es mal schlecht hergeschaut hat, sind bei uns aber immer wieder Gewitter gekommen oder vereinzelt Regen gefallen, sodass wir überall Wasser gehabt haben. Bis jetzt bin ich positiv mit dem Almsommer zufrieden“.
Wie hat sich der Wassermangel und die Trockenheit auf die Tiere und die Bewirtschaftung der Almen ausgewirkt?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Man hat schon gemerkt, dass das Wasser weniger wird, aber für die Alphütten genauso wie für die Viehtränken hatten wir genügend Wasser. Für die Weide war es auch so, dass immer etwas nachgewachsen ist. Es könnte mehr sein, aber es hat gereicht, und wir sind sehr zufrieden damit“.
Experten rechnen künftig mit immer trockeneren Sommern. Wie muss sich die Almwirtschaft darauf vorbereiten und anpassen?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Man hat zum Beispiel letztes Jahr auch schon am Fischbach, da, wo ein bisschen Wasserknappheit besteht, von Haus aus eine große Zisterne eingegraben, damit man einen Puffer hat und, wenn dann Gewitter kommen oder so, das Wasser auffangen kann. Wir sind da alle betroffen und machen uns Gedanken, aber wie es genau läuft, wissen wir noch nicht“.
Der Wolf hat in diesem Jahr keine große Rolle gespielt – bleibt er ein Problem?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Ja. Wenn man in die Nachbarländer schaut, dann ist das einfach ein Problem. Und wenn der Wolf bei uns sesshaft werden sollte, wenn er einfach da ist, dann ist die Alpwirtschaft, so wie sie jetzt durchgeführt wird, nicht mehr möglich“.
Freilaufende Hunde sorgen aber immer wieder für Schwierigkeiten, oder?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Wenn einfach der Hund mit dem Menschen zwischen Kuh und Kalb steht, dann ist das der Instinkt der Kuh, dass sie ihr Kalb verteidigt. Und wenn da schon die Schilder stehen: «Bitte Hunde an die Leine, bitte die Wege nicht verlassen», dann steigen sie über die Zäune drüber. Da ist eine Kuh mit Kalb drin, und da hat halt auch keiner etwas zu suchen“.
Was bedeutet der Almabtrieb den Bauern nach einer Saison?
Johann Hörmann, Vorstand der Weidegenossenschaft Mittenwald:
„Wenn man natürlich das Jahr gut rumbringt und auch mal herschaut: mit wenig Wasser und dann wenig Weide und allem – und es hat doch bis jetzt alles funktioniert –, ist natürlich jeder Almbauer und besonders auch die Hirten zufrieden und stolz, dass man das so zusammengebracht hat“.
Hier findet ihr alle Infos zu den Almabtrieben rund um Mittenwald.