Das Shamonda-Virus breitet sich derzeit auch im Oberland aus. In den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg am Lech und Bad Tölz-Wolfratshausen wurde der Erreger bereits in mehreren Rinderbetrieben nachgewiesen. Erkrankte Tiere können unter anderem Fieber und Durchfall bekommen und deutlich weniger Milch geben. Woher das Virus kommt, wie es übertragen wird und wie Landwirte ihre Tiere schützen können, erklärt Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut im Interview.
Wie wird das Shamonda-Virus übertragen?
Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts:
„Das Shamonda-Virus wird durch Gnitzen, kleine blutsaugende Stechmücken übertragen. Wo es genau herkommt, wissen wir noch nicht. Die nächsten Verwandten kommen aus Afrika und Asien. Hier laufen noch weitere Analysen, um dies genauer herauszubekommen“.
Unter welchen Symptomen leiden erkrankte Tiere?
Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts:
„Die Milchkühe geben deutlich weniger Milch. Die Tiere haben Fieber, Durchfall, sind abgeschlagen. Erholen sich von den eher milden Symptomen aber sehr gut. Es kann aber auch zu schweren Verläufen dieser Infektionskrankheit kommen.“
Welche Schutzmaßnahmen gibt es aktuell?
Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts:
„Man könnte versuchen Tiere, Rinder vor Gnitzen-Befall zu schützen, was bei dem Wetter aber sehr schwierig ist. Eine andere Möglichkeit wäre, da wir noch nicht wissen, ob es durch die Infektion eventuell auch zu Schädigungen des Nachwuchses kommen kann, die weiblichen Tiere erst zu belegen, wenn die Gnitzen-Saison im Oktober vorbei ist“.
Ist das Virus auch für andere Tiere eine Gefahr?
Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts:
„Wir wissen noch nicht, ob das Shamonda-Virus auch Schafe und Ziegen infizieren kann, hierzu laufen noch Untersuchungen. Eventuell sind auch Wildwiederkäuer empfänglich, auch das ist noch nicht bekannt“.
Können auch Menschen daran erkranken?
Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts:
„Viren der Simbu-Serogruppe gelten in der Regel nicht als Zoonose-Erreger. Also nicht als übertragbar zwischen Tier und Menschen. Und stellen daher, nach bisherigem Kenntnisstand, kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar“.