Er ist nur etwa so groß wie eine Kaffeebohne, kann für Pflanzen aber zum ernsten Problem werden: der invasive Japankäfer. Rund um Lindau wurden in diesem Jahr bereits zahlreiche Tiere entdeckt – dort gilt inzwischen erstmals in Bayern eine Quarantänezone. Auch im Oberland wird genau hingeschaut, denn der Schädling kann über Verkehrs- und Reiserouten eingeschleppt werden. Wie groß die Gefahr bei uns ist, welche Pflanzen besonders bedroht sind und was jeder bei einem verdächtigen Fund tun kann, erklärt Rainer Königbauer von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft im Interview.
Warum ist der Japankäfer so ein gefährlicher Schädling?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Der Japankäfer ist deswegen so gefährlich, weil er hierzulande keine Gegenspieler hat. Gerade diese massenhafte Vermehrung kann dann dazu führen, dass ganze Pflanzenbestände kahl gefressen werden. Das ist sowohl für unsere Wildpflanzen als auch für landwirtschaftliche und gärtnerische Kulturen ein großes Problem“.
Welche Pflanzen sind von ihm besonders betroffen?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Er ist nicht besonders wählerisch, was seine Futterpflanzen anbelangt. Besonders begehrt sind beispielsweise Wein oder Haselnuss, aber auch diverse Obstgehölze und Beerenobst. Seine Larven fressen vorzugsweise an den Wurzeln von Gräsern, wodurch Rasenflächen stark geschädigt werden können“.
Wie groß ist die Gefahr, dass sich die Tiere weiter ausbreiten?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Dadurch, dass der Japankäfer durch menschliches Zutun – beispielsweise durch Reisen oder den Transport von Waren über große Distanzen – eingeschleppt werden kann und inzwischen immer mehr Regionen Europas betroffen sind, in denen er vorkommt, ist die Gefahr einer weiteren großflächigen Verbreitung durchaus groß“.
Wie groß ist also die Gefahr, dass er auch bei uns auftauchen könnte?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Er benötigt dafür lediglich die Möglichkeit, dorthin zu gelangen. Und das passiert eben meistens durch die passive Beihilfe des Menschen. Also entlang von Reiserouten aus Ländern, in denen er bereits vorkommt, wie zum Beispiel der Schweiz oder Italien, ist das Risiko einer Einschleppung auf jeden Fall vorhanden“.
Was können wir tun, um die Ausbreitung einzudämmen?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Hierzu haben wir auch eigens eine Meldeplattform eingerichtet. Wenn Sie einen Käfer sehen und den Verdacht haben, dass es sich um einen Japankäfer handeln könnte, fangen Sie ihn am besten direkt ein, fotografieren ihn und senden uns das Foto unter Angabe des Fundorts über diese Meldeplattform zu“.
Welche Schutzmaßnahmen gibt es gegen den Japankäfer?
Rainer Königbauer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:
„Den besten Schutz bietet letztendlich die Früherkennung. Deshalb hat die LfL auch in ganz Bayern an besonders risikoreichen Standorten, wie zum Beispiel an Autobahnraststätten, in der Nähe von Campingplätzen oder an Warenumschlagplätzen, Pheromonfallen installiert, um ein mögliches Auftreten des Japankäfers frühzeitig erkennen zu können“.
Weitere Infos zum Japankäfer und die Meldeplattform findet ihr hier.