Radio Oberland Newsreader

Die täglichen News zusammengefasst für Lesbarkeit und Accessibility.

News für den 30. April 2026

Tödlicher Motorradunfall bei Seeshaupt

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem Auto heute Morgen bei Seeshaupt ist ein 45-jähriger Penzberger ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilt, war ein 36-Jähriger aus Weilheim mit seinem Wagen in Richtung Seeshaupt unterwegs. An der Abzweigung „Schmitten“ wollte er nach links abbiegen und übersah dabei den entgegenkommenden Motorradfahrer. Es kam zur Kollision der Beiden, wodurch der Biker stürzte und schwer verletzt wurde. Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen verstarb er noch an der Unfallstelle. Die Straße war für mehrere Stunden vollständig gesperrt.

Betroffene Orte: Seeshaupt
Themen: Seeshaupt, Polizei, Todesfall, Verkehr, Motorrad, Unfall

Zum Start der Kanu-Saison auf der Ammer - Landratsamt erinnert an Verordnung

Mit dem 1. Mai startet morgen auf der oberen Ammer wieder die Kanu-Saison. Das Landratsamt Weilheim-Schongau erinnert deshalb daran, dass dabei klare Regeln gelten. Beispielsweise ist das Befahren nur bei ausreichendem Wasserstand und zu bestimmten Tageszeiten erlaubt. Außerdem sind Rafting- und Schlauchbootfahren sowie größere Gruppenfahrten von mehr als fünf Booten untersagt. Hintergrund sind vor allem Natur- und Sicherheitsaspekte. Die Ammerverordnung im Detail findet ihr bei uns im Netz.

Pressemitteilung Nr,55/2026 | Landkreis Weilheim-Schongau

Themen: Landratsamt, Natur, Ammer

Stadtradeln geht in eine neue Runde - Zahlreiche Oberland-Kommunen treten in die Pedale

Es ist wieder an der Zeit fleißig in die Pedale zu treten. Am Samstag startet das Stadtradeln in eine neue Runde. Auch in diesem Jahr beteiligen sich wieder zahlreiche Oberland-Kommunen mit dem Ziel den Radverkehr, Klimaschutz und die Lebensqualität zu fördern. Mit dabei sind unter anderem die Gemeinde Polling, Murnau oder auch die Stadt Geretsried. In den kommenden drei Wochen sollen so möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Jeder kann mitmachen, auch Schulklassen, Vereine, Organisationen und Unternehmen.

Themen: Event, Stadtradeln, Oberland, Verkehr, Fahrrad

Zum Schutz vor Diebstählen - Gravieraktion für Boote am Starnberger See

Immer wieder werden Bootsmotoren oder auch andere nautischen Gegenstände Opfer von Diebstählen. Was den Langfingern aber so garnicht gefällt sind individuell gravierte Ausrüstungsgegenstände. Zum Schutz von Booten, Motoren und Co. bietet die Wasserschutzpolizei am Samstag wieder eine Gravieraktion in der Rambeck-Werft in Starnberg an – und zwar kostenlos. Die Aktion für Bootsbesitzer geht von 10 Uhr bis 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Was ihr aber mitbringen solltet sind die Rechnung des gravierenden Gegenstands, die Bootspapiere und einen Ausweis.

Betroffene Orte: Starnberg
Themen: Starnberger See, Polizei, Delikt, Diebstahl

Zum Tag der Arbeit - Demo-Umzug in Peißenberg

Morgen ist Tag der Arbeit – in Deutschland ein offizieller Feiertag. Etliche nutzen ihn für einen Besuch einer Maifeier in der Region. In Peißenberg steigt zum Tag der Arbeit, der auch als Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse gilt, am Mittag ein Demo-Umzug samt anschließendem Fest. Unter anderem Bürgermeister Frank Zellner wird eine Rede halten, aber auch Karl Musiol von der IG Metall Oberland, der deutliche Worte an Beschäftigte in der Region richtet. Kritisiert werden von ihm vorab unsere Regierung aber Arbeitgeber in unserer Region, die rote Linien überschreiten würden.

Betroffene Orte: Peißenberg
Themen: Peißenberg, Politik, Demonstration, IG Metall

ADAC erwartet staureiches Wochenende im Oberland

Ein langes Wochenende mit sommerlichen Temperaturen. Der ADAC prognostiziert auch deshalb lange Wartezeiten auf den Straßen im Oberland. Der Automobilclub rechnet mit einem der „staureichsten Wochenenden des Frühjahrs“. Besonders gefährdet sei die Route nach Süden in Richtung Alpen. Aber auch auf der Fahrt zwischen München und Bodensee über die A96 müssen Autofahrer mit Wartezeiten rechnen. Reisende auf der A7, der A8 und der Inntal-Autobahn warnt der ADAC zusätzlich wegen möglicher Abfahrtssperren bei Staus. Sie sollen eine Lärmbelästigung durch ausweichende Autofahrer in den anliegenden Gemeinden verhindern. Die B2 und B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen könnten ebenfalls davon betroffen sein.

Themen: Oberland, Verkehr, ADAC, Stau

Eishockey: Deutsche Nationalmannschaft testet in Garmisch-Partenkirchen gegen Österreich

Am Wochenende weht wieder internationale Eishockeyluft durchs Oberland. Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Samstag im Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen auf Österreich. Das Spiel ist Teil der laufenden WM-Vorbereitung. Bevor der Test gegen unsere Nachbarn bei uns im Oberland steigt. treffen Farchanter Maxi Kastner und Co. schon heute in Zell am See auf das österreichische Team. Bully ist um 19:00 Uhr. Die Weltmeisterschaft selbst beginnt Mitte Mai.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen
Themen: Garmisch-Partenkirchen, Sport, Eishockey, DEB Team

Heimat Erlebnistag geht in die nächste Runde - Zahlreiche Veranstaltungen im Oberland

Zeigen was unsere Heimat so besonders macht - darum geht’s am Heimat Erlebnistag, der am Sonntag in die nächste Runde geht. Der Tag bietet Gelegenheit die Besonderheiten der eigenen Region zu präsentieren, lokales Engagement sichtbar zu machen und Menschen für ihre Heimat zu begeistern, heißt es in einer Mitteilung des Heimatministeriums. Auch im Oberland finden in diesem Rahmen am Sonntag zahlreiche Aktionen statt. Unter anderem könnt ihr in Ohlstadt die Tradition der Wetzsteinmacher kennenlernen oder die Burgruine Haltenberg besuchen.

Themen: Oberland

Storchenpaar "Reßi und Wiggal" beziehen neues Zuhause an der Kochelseebahn

Reßi und Wiggal haben ihr neues Zuhause bei uns im Oberland bezogen. Dabei handelt es sich um ein Storchenpaar, dass den Ersatzhorst an der Kochelseebahn in Bichl als neue Heimat angenommen hat. Kinder der örtlichen Kita haben die Tiere heute außerdem offiziell auf die Namen „Reßi und Wiggal“ getauft. Die Deutsche Bahn hatte den rund zehn Meter hohen Storchenhorst im vergangenen Jahr im Zuge der Modernisierung der Kochelseebahn als Ersatz für ein bestehendes Nest errichtet.

Betroffene Orte: Bichl

Arbeitslosigkeit im Oberland leicht gesunken

Die Arbeitslosigkeit im Oberland ist im April leicht gesunken. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Weilheim waren insgesamt gut 14.200 Menschen ohne Job – rund 200 weniger als im März. Die Quote bleibt stabil bei 3,6 Prozent, liegt aber weiterhin über dem Vorjahreswert. Die Agentur für Arbeit sieht trotz der positiven Entwicklung weiterhin Herausforderungen am Arbeitsmarkt.

Besonders gefragt sind aktuell Arbeitskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Dienstleistungsbereich. Insgesamt sind über 5.000 offene Stellen gemeldet. Bayernweit liegt die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Weilheim i. OB, Schongau, Starnberg, Landsberg am Lech

LBV ruft zu "mähfreiem Mai" auf - "Einfach mal wachsen lassen"

Einfach mal wachsen lassen – das ist der Apell des bayerischen Naturschutzverbandes LBV. Gemeint ist damit der Verzicht aufs Rasenmähen. Der LBV ruft nämlich auch in diesem Jahr zum „mähfreien Mai“ auf.  Gartenbesitzer sollen ihre Rasenflächen bis Ende des Monats möglichst wachsen lassen. Das fördert Wildblumen, Insekten und damit auch Vögel. Gleichzeitig spare man Zeit und leiste einen einfachen Beitrag zum Artenschutz.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Weilheim i. OB, Schongau, Starnberg, Landsberg am Lech, Bad Tölz, Wolfratshausen

Oberland-Projekte profitieren von Geldern aus bayerischem Kulturfonds

Dieses Jahr gehen aus dem bayerischen Kulturfonds etwa fünf Millionen Euro an 133 Projekte im Freistaat. Über eine Finanzspritze dürfen sich auch einige Oberland-Projekte freuen. Unterstützt werden unter anderem ein internationaler Streichquartett-Wettbewerb in Bad Tölz, ein neuer Proberaum für die Musikkapelle Garmisch-Partenkirchen und eine Ausstellung im Freilichtmuseum Glentleiten.  Der Kulturfonds Bayern feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum.

 

Geförderte Projekte im Überblick:

Landkreis Bad Tölz–Wolfratshausen:

• Franz Marc Museum, Kochel am See Sonderausstellung „Licht wird Farbe – Reisen nach Tunesien“ Förderung: 60.000 Euro

• KLANGERLEBNIS – Verein zur Pflege der Musik e.V., Bad Tölz 2nd International String Quartett Competition Förderung: 29.500 Euro

Landkreis Garmisch-Partenkirchen:

• Bezirk Oberbayern, Großweil (Freilichtmuseum Glentleiten) Sonderausstellung „1976–2026: 50 Jahre Alltagskultur in Oberbayern“ Förderung: 26.100 Euro

• Markt Garmisch-Partenkirchen Schaffung eines Proberaums für die Musikkapelle Förderung: 18.700 Euro

• GaPa Kultur gGmbH, Garmisch-Partenkirchen „Michael Ende Tage der Fantasie“ Förderung: 39.400 Euro

Betroffene Orte: Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen

"Abfahrtsverbote" in Tirol treten zum 1. Mai wieder in Kraft

Abfahren verboten! Im österreichischen Bundesland Tirol gelten ab morgen an bestimmten Tagen wieder Beschränkungen für den Reiseverkehr – sogenannte „Abfahrtsverbote“. Wer kein regionales Ziel ansteuert, muss auch bei Stau auf den Autobahnen und Hauptstraßen bleiben. Betroffen sind Ausweichrouten zur Inntalautobahn und zum Fernpass. Die Fahrverbote gelten generell bis einschließlich 1. November  an Samstagen, Sonn- und Feiertagen jeweils von 7 bis 19 Uhr.

Fernpass-Route: Region Reutte
(Informationen des ADAC)

Die Fahrverbote gelten auf folgenden Straßenabschnitten im Bezirk Reutte:

  • L288 Pinswanger Straße ab der Abzweigung von der L396 Weißhausstraße (km 6,250 + 35m) in Fahrtrichtung Pinswang und Pflach
  • L69 Reuttener Straße ab Km-Tafel 9,750 (Bereich Anschlussstelle Vils) in Fahrtrichtung Pflach bis zum Kreisverkehr Wiesbichl in Pflach
  • L 288–0–A1 Zufahrtsstraße nach Pflach ab der Einmündung der Abfahrtsrampe von der B179 Fernpassstraße (Abfahrt Reutte Nord) in Fahrtrichtung Pflach bis zum Kreisverkehr Wiesbichl in Pflach
  • Zufahrtsstraße Heiterwang in beiden Fahrtrichtungen, vom Recyclinghof Heiterwang bis zur Einmündung in die L355 Heiterwanger See Straße

Die Fernpassstraße (B179) ist von den Fahrverboten nicht betroffen! An folgenden Standorten sind jedoch Dosierampeln vorgesehen:

  • B187 Ehrwalder Straße, Bereich Ehrwald/Schanz in Richtung Ehrwald
  • L69 Reuttener Straße, Ortsanfang Vils in Richtung Reutte
  • B179 Fernpassstraße, Bereich Abfahrt Reutte Süd in Richtung Innsbruck
  • B179 Fernpassstraße, Bereich Lermooser Tunnel in Richtung Reutte
Betroffene Orte: Reutte

Am Bodensee erfolgreich - Im Oberland überführt: Schockanrufer erbeutet über 100.000 Euro und sitzt jetzt in U-Haft

Im Oberland überführt. Ein 33-Jähriger soll letzte Woche über 100.000 Euro an Bargeld und Wertegenständen erbeutet haben und zwar nach einem erfolgreichen Schockanruf in Friedrichshafen am Bodensee. In dieser Woche hatte er es auf eine Person aus Murnau abgesehen. Das potenzielle Opfer erkannte die Masche und informierte die Polizei. Die Beamten warteten am Ort der ausgemachten Übergabe und nahmen den Täter fest. Der 33-Jährige wurde am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt und befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Betroffene Orte: Murnau a. Staffelsee

Zum 1. Mai: Behördennummer 115 geht bayernweit an den Start

Wir alle kennen die Notrufnummern 110 und 112. Ab morgen gibt es bayernweit eine weitere wichtige Nummer für uns: die Behördennummer 115.

Wie der Name Behördennummer schon vermuten lässt, geht es um alles, was Bürgerinnen und Bürger von den verschiedenen Ämtern in ihrer Stadt oder Gemeinde brauchen könnten – wo melde ich meinen neuen Wohnsitz an, wie kann ich mein Fahrzeug ummelden, wie kann ich aus der Kirche austreten? Für diese und weitere Fragen gibt es unter der 115 die passenden Antworten, allerdings nicht rund um die Uhr, sondern Montag-Freitag von 8-18 Uhr.“

Seit 2011 ist die Nummer bundesweit bei Verwaltungen im Einsatz, jetzt soll sie auch in Bayern flächendeckend wähl- und erreichbar sein. In München beispielsweise ist 115 schon länger im Einsatz. Hier wird sie rund 20.000-mal pro Monat angerufen, bundesweit waren es 2020 etwa 10 Millionen Anrufe pro Jahr. Die Nummer ist, wie ihre Geschwister 110 und 112 auch kostenlos.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Weilheim i. OB, Schongau, Starnberg, Landsberg am Lech, Bad Tölz, Wolfratshausen

Freinacht: "Null-Toleranz" - Polizei mit Appell ans Oberland

Dem Oberland steht die Freinacht bevor. Traditionell werden in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Streiche gespielt. Beispielsweise werden Gartentore ausgehgehängt oder Gegenstände in Toilettenpapier eingewickelt.

Größtenteils werden die Scherze von Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Weil sie in der Vergangenheit immer wieder die Grenzen überschritten haben, appelliert die Polizei Weilheim: Heute Nacht gilt eine klare Null‑Toleranz‑Regel: Jede Handlung, die den Tatbestand einer Straftat erfüllt, wird nicht toleriert und von der Polizei verfolgt. Sachbeschädigung oder Körperverletzung sind strafbar und keine Kavaliersdelikte.

Betroffene Orte: Weilheim i. OB, Schongau, Starnberg, Landsberg am Lech, Bad Tölz, Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen

Ampelanlage soll Unfallschwerpunkt auf der B2 bei Ohlstadt entschärfen

Ein Unfallschwerpunkt auf der B2 soll entschärft werden. Am Abzweig nach Ohlstadt starten am Montag die Arbeiten für eine neue Ampelanlage auf der Bundesstraße. Ziel der Maßnahme: die Unfälle in diesem Bereich künftig reduzieren. Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer hat daran aber seine Zweifel.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Ganze zielführend ist. Ich habe eher die Sorge, dass mehr Unfälle bzw. andere Unfälle entstehen. Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, wie der Verkehrsfluss sichergestellt wird. Aber mei, wir müssen uns dann überraschen lassen.“

Scheuerer hätte sich lieber einen Kreisverkehr gewünscht. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Juni. Während der Wochenenden, Feiertage und Brückentage wird die Ausfahrt aus Ohlstadt auf die B2 geöffnet.

Das Staatliche Bauamt Weilheim hat die Entscheidung auf Radio Oberlandnachfrage begründet und nennt als Argumente:

„Eine Ampelanlage kann baulich wesentlich schneller umgesetzt werden. Beim Bau eines Kreisverkehrs würden wesentlich längere Sperr- und Umleitungszeiten für die Verkehrsteilnehmer entstehen.

Der Bau eines Kreisverkehrs würde zusätzlich Flächen erfordern. Ein Kreisverkehr wäre aufgrund erheblicher Eingriffe im FFH- Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) naturschutzfachlich nur genehmigungsfähig, wenn keine Alternative Variante zur Reduzierung der Unfälle vorläge. Diese ist aber mit der Ampel gegeben.

Die Gründung eines Kreisverkehrs im torfigen Untergrund des Murnauer Mooses müsste mit unverhältnismäßig hohem bautechnischem Aufwand erstellt werden. Selbst bei aufwändiger Gründung wären Setzungen und damit Schäden mittel- und langfristig nicht ausgeschlossen.

Die Baukosten für einen Kreisverkehr betragen etwa das Vierfache von denen einer Lichtsignalanlage.“

Betroffene Orte: Ohlstadt

Tapetenwechsel im Oberland - Beginn der neuen Amtszeit nach Kommunalwahl

In einigen Landratsämtern und Rathäusern im Oberland stehen schon die Umzugskisten bereit. Am 1. Mai beginnt nach der Kommunalwahl die neue Amtszeit. Für viele neu gewählte Bürgermeister, Landräte und Gemeinderäte bedeutet das einen ganz neuen Alltag. Wo in den ersten Monaten die größten Herausforderungen liegen, welche Themen fast überall ganz oben auf der Tagesordnung stehen dürften und wer in einer Kommune tatsächlich den Ton angibt, erfahrt ihr im Interview mit dem Politologen Dr. Michael Weigl von der Universität Passau.

Anfang Mai starten nach der Kommunalwahl die neuen Gremien. Wie stark prägt die Wahl den Kurs einer Gemeinde – und wo sind die Spielräume von Anfang an begrenzt? 

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Wir haben natürlich die Situation, dass innerhalb der Gemeinden viele Zwänge vorherrschen, also zum Beispiel die Finanzzwänge, und bei vielem sind auch Grenzen gesetzt. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass, auch wenn wir in Bayern sehr starke Bürgermeister haben, sie natürlich den Stadtrat und die Gemeinderäte brauchen, um auch wirklich gestalten zu können. Insofern prägt so eine Wahl natürlich“.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für neu zusammengesetzte Gemeinderäte in den ersten Monaten?

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Also ich glaube, in den ersten Monaten ist es erst mal wichtig, dass man das Regieren in den Gemeinden lernt. Also dass man sich klar macht, ich darf hier nicht nur für die Partei stimmen, sondern es geht tatsächlich um die Gemeinde. Man muss sich da erst mal einfinden. Und das wird ganz banal eine Herausforderung am Anfang sein, gerade natürlich für diejenigen Personen, die zum ersten Mal dabei sind“.

Viele Räte sind heute stärker zersplittert als früher. Macht das die Arbeit vor Ort schwieriger – oder auch vielfältiger?

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Wir sehen bei ganz vielen Gemeinde- und Stadträten, dass da sehr pragmatisch an die Sachen rangegangen wird und die Zahl der Listen in einem Gremium keine große Rolle spielt. Aber natürlich kann es, wenn Sie mehr Gruppen in den Gremien haben, schwieriger werden, einen Konsens zu finden. Es kann auch dazu führen, dass sich die Streitkultur ändert, dass sie vielleicht schärfer wird“.

Wer gibt in einer Gemeinde am Ende wirklich den Ton an – der Bürgermeister, die politischen Mehrheiten oder die Verwaltung?

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Wir haben ja die sogenannte süddeutsche Ratsverfassung. In der süddeutschen Ratsverfassung kommt dem Bürgermeister zusammen mit der Verwaltung eine sehr starke Stellung zu. Das ändert aber nichts daran, dass natürlich die Stadträte und Gemeinderäte nicht unwichtig sind. Also auch sie können natürlich Akzente setzen. Auch sie entscheiden vieles. Also insofern ist das schon immer auch ein Miteinander“.

Welche Themen werden die Kommunen in den nächsten sechs Jahren besonders prägen?

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Das ganz große Thema sind die Finanzen, die Finanzlage, die ja wirklich zum Teil dramatisch ist in den Gemeinden, und dazu kommt natürlich, dass die großen Zukunftsfragen in den Gemeinden entschieden werden. Nachhaltiger Wandel, ohne Gemeinden nicht denkbar, auch die Frage der Migration, ohne Gemeinden nicht entscheidbar, beziehungsweise auch die Integration“.

Woran wird man am Ende der Legislaturperiode erkennen können, ob eine Gemeinde politisch gut geführt wurde?

Politologe Michael Weigl von der Uni Passau:

„Letztlich wird es darauf ankommen, dass schlicht die Bürgerinnen und Bürger glauben, ja, in den letzten Jahren wurden wir gut regiert. Wir haben das Gefühl, dass wir hier bei dieser Rathausspitze oder mit diesem Staatsrat, diesem Gemeinderat gut aufgehoben sind. Das ist einfach in der Demokratie so. Objektive Maßstäbe zu messen, ist ganz schwierig“.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Weilheim i. OB, Schongau, Starnberg, Landsberg am Lech, Bad Tölz, Wolfratshausen