Für viele Schüler im Oberland ist der 31. Juli der nächste wichtige Termin – dann starten die Sommerferien. Wer danach eine Ausbildung beginnt, blickt auf den 1. September: Dann beginnt in vielen Betrieben das neue Ausbildungsjahr. Wer noch keinen Ausbildungsvertrag hat, muss laut IHK aber nicht in Panik geraten: Es gibt weiterhin viele freie Plätze. Im Interview erklärt Andreas Korn von der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, wie Jugendliche jetzt noch eine Lehrstelle finden können, welche Berufe besonders gefragt sind und warum Betriebe bei der Nachwuchssuche immer stärker auf digitale Wege und Social Media setzen.
Bald starten die Sommerferien, das neue Ausbildungsjahr rückt näher: Was raten Sie Jugendlichen, die noch keinen Vertrag haben?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Momentan gibt es keinen Grund zur Sorge, denn es gibt noch jede Menge freie Ausbildungsplätze. Man könnte beispielsweise bei der Agentur für Arbeit anfragen. Die haben einen recht guten Überblick über die freien Plätze. Was man noch tun kann: Man schaut in den Ausbildungskompass. Wenn man dann einen Betrieb gefunden hat, greift man am besten zum Telefon, ruft dort an und fragt nach, ob man sich noch bewerben kann“.
Wie stehen die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt im Oberland aktuell?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Momentan sind die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, sehr, sehr gut. Rein zahlenmäßig gehen zwar die Angebote der Betriebe leicht zurück, aber auch in diesem Jahr wird es wieder deutlich mehr Ausbildungsplätze geben, als von den Jugendlichen nachgefragt werden. Im Vorjahr beispielsweise waren im ganzen Oberland über 450 Plätze unbesetzt“.
Viele Lehrstellen sind noch frei: Warum finden Betriebe so schwer passende Azubis?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Im letzten Jahr haben viele Betriebe die Ausbildungsreife von manchen Jugendlichen bemängelt. Oft fehlt es an Teamfähigkeit und an Zuverlässigkeit. Manche sind aber auch nicht ausreichend motiviert oder interessieren sich gar nicht wirklich für den gewählten Beruf. Solchen Erfahrungen können beide Seiten durch ein Praktikum sehr gut vorbeugen“.
Welche Ausbildungsberufe sind in der Region besonders gefragt?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Fragt man die Jugendlichen selbst, so suchen sie vor allem einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker, als Verkäufer oder als medizinische Fachangestellte. Die beliebtesten IHK-Ausbildungsberufe sind regelmäßig die Hotelfachleute, die Köche und die Verkäufer“.
Das Werben um den Nachwuchs ist oft schwierig – welche neuen Wege müssen Betriebe dabei gehen?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Das meiste wissen unsere Betriebe natürlich längst. Die Betriebe müssen einfach zu kontaktieren sein, z. B. über WhatsApp oder Instagram. Und der Bewerbungsprozess muss digital, leicht zugänglich und natürlich smartphone-tauglich sein. Und die Betriebe müssen versuchen, die Jugendlichen dort anzusprechen, auf den Social-Media-Kanälen, auf denen die Jugendlichen unterwegs sind. Das geht über eigene Videos und Reels auf TikTok, auf Insta oder über bezahlte Werbeclips zu den Ausbildungsangeboten. Und die sollten dann regional ausgespielt werden“.
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