Die Sommerferien im Oberland rücken näher – für viele heißt das ausschlafen, Freibad oder Urlaub. Andere nutzen die Zeit, um sich etwas dazuzuverdienen. Doch wie finden Jugendliche jetzt noch einen Ferienjob, welche Regeln müssen beachtet werden und warum kann so ein Job mehr sein als nur Geldverdienen? Andreas Korn von der IHK-Geschäftsstelle Weilheim gibt im Interview Tipps für Schülerinnen, Schüler und Betriebe.
Bald sind Sommerferien: Wie groß sind die Chancen jetzt noch auf einen Ferienjob und welchen Tipp können Sie geben?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Auch kurzfristig können Schülerinnen und Schüler noch einen Ferienjob finden. Am besten ist es, wenn man nicht lange zögert und direkt bei den Betrieben nachfragt. Viele Unternehmen brauchen im Sommer einfach mehr Personal für einfache Tätigkeiten, zum Beispiel in Ausflugslokalen, Biergärten oder Kiosken. Alle müssen aufgrund der Ferien eine größere Nachfrage stemmen und haben gleichzeitig Mitarbeiter, die vielleicht auch in Urlaub gehen wollen“.
Wo und wie können Schülerinnen und Schüler einen passenden Ferienjob finden?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Es gibt leider kein Internetportal, auf dem Unternehmen ihre Ferienjobs eintragen. Hier muss das eigene Netzwerk aktiviert werden. Verwandte, Bekannte, Freunde – die können alle helfen. Und man muss sich natürlich selbst überlegen, bei welchen Unternehmen in Wohnortnähe – da kommt es ja darauf an, dass man gut hinkommt – sich eine Nachfrage lohnt. Manche Unternehmen im Oberland haben aber auch Angebote zu Ferienjobs im Ausbildungskompass“.
Welche arbeitsrechtlichen Voraussetzungen müssen Jugendliche beachten?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Grundsätzlich sind Ferienjobs für Jugendliche ab 15 Jahren möglich. Dabei ist zu beachten, dass Schülerinnen und Schüler, die noch keine neun Schuljahre hinter sich gebracht haben (sogenannte Vollzeitschulpflicht), nur in den Schulferien für maximal vier Wochen pro Jahr arbeiten dürfen. Die Älteren, die bereits neun Schuljahre absolviert haben, dürfen auch länger arbeiten, grundsätzlich acht Stunden täglich bis zu 40 Stunden pro Woche. Generell ist die Beschäftigung nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr möglich, in manchen Branchen ab 16 Jahren auch länger. Wer sich informieren möchte, kann auf die Ratgeberseiten der IHK München gehen und dort den Begriff «Ferienjobs» googeln“.
Viele wollen mit Ferienjobs einfach Geld verdienen. Kann ein Ferienjob auch mehr sein?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Na klar kann man mit dem Ferienjob ganz gut in ein Unternehmen hineinschnuppern, aber man wird natürlich eingestellt, um in einem ganz bestimmten Bereich auch eine Leistung zu erbringen. Der Ferienjob ist also kein Praktikum, bei dem normalerweise auch ein Betrieb das Interesse hat, den Praktikanten ganz bestimmte Inhalte zu vermitteln“.
Wie attraktiv sind Ferienjobber für Arbeitgeber?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Ferienjobber sind meistens für die Betriebe attraktiv, die kurzfristig mehr Manpower benötigen, wie es zum Beispiel in der Gastronomie oder im Tourismus der Fall ist. Und aus so einem Ferienjob kann, wenn man Glück hat, auch mehr entstehen, wie zum Beispiel ein späteres Praktikum oder ein Werkstudentenjob. Aber das steht aus Sicht des Betriebes erst einmal nicht im Vordergrund“.
Welche Chancen ergeben sich für Arbeitgeber, wenn sie Ferienjobs anbieten?
Andreas Korn, Leiter IHK-Geschäftsstelle Weilheim:
„Ein Ferienjob ist auf jeden Fall eine sehr gute Gelegenheit für Unternehmen, mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen. Wenn man Glück hat, wenn beide Seiten Glück haben, kann sich da in Einzelfällen sicherlich auch ein Kontakt für später ergeben. Ich denke da an ein Praktikum, an die duale Ausbildung oder an ein Arbeitsverhältnis“.
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