Auch wenn der angekündigte Regen heute etwas Entlastung bringt: Für Allergiker ist die Winterpause längst vorbei. Hasel- und Erlenpollen sind bereits unterwegs. Experten beobachten seit Jahren, dass die Pollensaison wegen des Klimawandels immer früher beginnt. Welche Auswirkungen das hat, was Betroffenen helfen kann und welche Hausmittel nützlich sind, erfahrt ihr im Interview mit Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg.
Die Pollensaison beginnt teilweise schon im Januar – deckt sich das mit Ihren Erfahrungen?
Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg:
„Es ist in der Tat auffällig, dass die Nachfrage nach Medikamenten bei uns in der Apotheke bereits in den vermeintlichen Wintermonaten beginnt und bis in den späteren Herbst anhält. Da spielt der Klimawandel eine Rolle. Wir haben mildere Winter und längere Blühzeiten“.
Auf welche Medikamente können Betroffene zurückgreifen?
Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg:
„Hier bietet sich natürlich ein klassisches Antihistaminikum für den Akutfall an, welches auch wirklich schnell hilft, z. B. in Augentropfenform, Nasenspray oder auch in Tablettenform. Ergänzen kann man das Ganze noch mit einem nasalen Kortison, welches langfristig die überschießende Reaktion des Körpers unterdrückt“.
Gibt es auch wirksame Hausmittelchen?
Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg:
„Wer möchte, kann auf Honig zurückgreifen, lokalen Honig. Da sagt man, der kann vielleicht etwas desensibilisieren. Man kann auch Ingwer einsetzen. Man kann es mit Zink versuchen, da ein Zinkmangel das Allergierisiko erhöht. Aber ganz prinzipiell gilt natürlich, dass der Allergenkontakt vermieden werden sollte“.
Welche Tipps können Sie sonst noch geben?
Apotheker Philipp Kircher aus Peißenberg:
„Zunächst einmal sollte man darauf achten, dass man beispielsweise das Nasenspray auch wirklich richtig einsetzt, d. h., dass man sich vorher die Nase putzt und dass man den Kopf leicht in den Nacken legt, da der Wirkstoff so deutlich besser aufgenommen wird. Man sollte die Kleidung möglichst im Bad wechseln, Nasenspülungen können ganz gut helfen“.