Statt Stauchaos war sogar weniger los als sonst. Die Brenner-Demo am Wochenende hat im Oberland nicht zum befürchteten Verkehrsinfarkt geführt. Die Polizei hatte im Vorfeld appelliert, auf Autofahrten zu verzichten – ein Ratschlag, den viele befolgt haben, lobt die Polizei. Auch der ADAC zeigte sich von der Verkehrslage überrascht. Teilweise war auf den Straßen in der Region bis zu 30 Prozent weniger Verkehr als an einem normalen Samstag.
Auch Politiker im Oberland zeigten sich erleichtert. Freie Wähler Landtagsabgeordneter Florian Streibl aus Oberammergau sprach von großer Vernunft der Verkehrsteilnehmer.
„Durch ihr achtsames Verhalten haben sie das befürchtete Verkehrschaos an einem der wichtigsten Alpenübergänge verhindert. Ihnen allen gebührt dafür Respekt und Dank. Zum anderen hat die Demonstration am Brenner gezeigt, wie verletzlich die Infrastruktur gerade im Alpenraum ist und welchen Belastungen die Menschen an den Transitstrecken ausgesetzt sind“.
Der Hilferuf vom Brenner müsse aber auch in Bayern ernst genommen werden.
„Wenn mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlegt werden soll und muss, dann ist es auch unsere Aufgabe, die Weichen für einen erträglichen und funktionalen Alpentransitverkehr zu stellen. Wir benötigen schnell gerechte Lösungen“.
Eine nächste Demo ist bereits für Ende Juni angekündigt. Dann soll auf der Fernpass-Route bei Ehrwald der Verkehr für zwei Stunden stillstehen.