Jedes Jahr im Januar und Februar starten die sogenannten Fuchswochen. Auch im Oberland schießen Jäger in dieser Zeit verstärkt Füchse. Während die Tierschutzorganisation Peta von sinnlosem Töten spricht und die Fuchsjagd verbieten will, sehen die Jäger darin einen Beitrag zur Seuchenprävention und zum Erhalt des Artenschutzes. Pro und Contra: wir haben für euch mit beiden Seiten geredet.
Die Fuchswochen sind umstritten. Tierschützer sagen, die Fuchsbestände regulieren sich selbst. Warum müssen sie also gejagt werden?
Hartwig Görtler, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Starnberg:
„Es ist so, dass seitdem die Tollwut, deren Hauptüberträger der Fuchs war, ausgerottet ist, die Regulation nur noch über die Räude funktioniert. Bei einer Überpopulation des Fuchses bricht die Räude aus. Der Fuchs stirbt sehr, sehr qualvoll, verliert das Fell, hat eitrige Haut. Es gibt also keinen Schutz vor Wetter und Kälte. Da stellt sich mir natürlich die Frage: Was ist moralisch hochwertiger, den Fuchs elendig sterben zu lassen oder ihn so zu bejagen und tierschutzkonform zu töten, um die Population entsprechend zu nivellieren?“.
Sehen Sie keine Gefahr, dass sich Viruskrankheiten ausbreiten können?
Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation Peta:
„In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 10 Jahren verboten und dort gibt es nun weniger Krankheitsfälle unter den Füchsen, als die Jagd noch erlaubt war. Und daran sieht man wieder einmal, dass die Natur am besten dann zurechtkommt, wenn man sie in Ruhe lässt und dass menschliche Eingriffe erst die Probleme schaffen“.
Laut Jägern geht es bei den Fuchswochen darum, Bestände zu regulieren und andere Tierarten zu schützen. Was stört Sie daran?
Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation Peta:
„Die Füchse werden nur aus einem einzigen Grund massenhaft bejagt, und zwar, weil sie als Jagdkonkurrenten angesehen werden. Es geht also darum, dass die Jäger die einzigen in ihrem Revier sein wollen, die Beute machen. Es geht nicht darum, andere Tierarten zu schützen, und deswegen müssen die Füchse sterben“.
Wie reagieren Sie auf den Vorwurf von Tierschützern, dass es bei den Fuchswochen nicht um Naturschutz, sondern um Jagdlust geht?
Hartwig Görtler, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Starnberg:
„Finde es fast schon peinlich, dass Peta und Konsorten nicht über die Jahre mal ein paar bessere Argumente eingefallen sind, statt einfach so plump und emotional diese Empörungskeule zu schwingen. Kein Jäger geht wegen purer Jagdlust zur Jagd. Das ist also einfach nur ein dummes Vorurteil“.
Wie sollte Ihrer Meinung nach mit der Fuchspopulation umgegangen werden?
Peter Höffken von der Tierrechtsorganisation Peta:
„Fuchspopulationen müssen gar nicht reguliert werden, und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass nicht bejagte Populationen sogar weniger Nachkommen haben als dort, wo intensiv gejagt wird. Die Massentötungen erreichen genau das Gegenteil, nämlich mehr Krankheiten und mehr Nachkommen“.
Warum wird die Jagdstrecke öffentlich inszeniert? Können Sie verstehen, dass dies für Außenstehende befremdlich wirkt?
Hartwig Görtler, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Starnberg:
„Ich stehe speziell vielen Blogs und Posts, die in den neuen Medien veröffentlicht werden, auch sehr, sehr kritisch gegenüber. Aber ja, auch das eigentliche Jagen, also das gezielte Entnehmen von Tieren, gehört mit dazu. Das ist so, das muss man nicht beschönigen, auch das gehört zum Bild des Jägers in der Öffentlichkeit“.