Eislaufen und Spaziergänge auf zugefrorenen Seen sind verlockend – aber nicht ungefährlich. Darauf weist die Kreiswasserwacht Starnberg hin. Eisflächen werden nur selten offiziell freigegeben, fehlende Warnschilder bedeuten keine Sicherheit. Wer aufs Eis geht, sollte das nie alleine tun und Abstand zu Löchern oder dunklen Stellen halten. Knackgeräusche sind ein Warnsignal. Empfohlen werden einfache Hilfsmittel wie eine Trillerpfeife oder Eispicker. Im Notfall zählt jede Minute.
Damit im Ernstfall bestmögliche Hilfe geleistet werden kann, hat die Wasserwachts Ortsgruppe Starnberg am Wochenende eine entsprechende Übung durchgeführt. Trainiert wurde am Widdersberger Weiher in Herrsching. Der Fokus lag auf dem Umgang mit dem Eisrettungsgerät und den Abläufen bei der Eisrettung.
Verhaltensmaßnahmen für Helfer:
• Sofort den Notruf (Tel 112) absetzen (warten auf Rückfragen) und um Hilfe rufen.
• Für die anrückenden Rettungskräfte an geeigneter Stelle eine Person abstellen, die zum Unfallort weisen kann. Dies erspart wertvolle Zeit.
• Sorgfältig und in Ruhe die weitere Vorgehensweise überdenken. Ein Rettungsversuch birgt für die eigene Sicherheit (diese hat immer Vorrang) oft Risiken. Eigenschutz beachten, niemals ungesichert und nur aus ausreichender Distanz handeln!
• Eingebrochene Personen beruhigen und Verhaltenstipps geben.
• Beim Rettungsversuch Gewicht verteilen: flach hinlegen, am besten auf einen geeigneten Gegenstand wie Leiter, Biertisch, Schlitten und Abstand zueinander halten.
• Nicht die Hand reichen, sondern Hilfsmittel wie einen Schal benutzen um die Distanz halten zu können. Im Bedarfsfall kann man dann loslassen, bevor man selbst hineingezogen wird.
• Unter dem Eis sieht man das Loch unter Umständen nicht mehr. Dies bedeutet eine große Gefahr für den Helfer!
• Nach der Rettung: nasse Kleidungsstücke erst in warmer Umgebung entfernen.
Für ins Eis eingebrochene Personen:
• Sofort laut um Hilfe rufen / Trillerpfeife benutzen.
• In die Richtung, aus der man gekommen ist, sich flach (um das Gewicht zu verteilen) auf das Eis ziehen. Sich robbend mehrere Meter vom Loch entfernen, um ein erneutes Einbrechen zu verhindern, denn um die Einbruchstelle herum ist das Eis stark geschwächt.
• Wenn das Eis nicht trägt, sich bis zum Ufer durch das Eis durchbrechen.
• Wenn ein Selbstrettungsversuch erfolglos bleibt, verliert der Körper in Ruhe weniger Wärme als bei Bewegung