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News für den 10. Dezember 2025

Verkehrschaos bei Grafenaschau - Zwei LKWs frontal zusammengestoßen

Ein Unfall zwischen Grafenaschau und Eschenlohe hat am Mittwochmittag für ein Verkehrschaos im südlichen Oberland gesorgt. Laut der Polizei waren zwischen Grafenaschau und Vorderbraunau zwei LKWs frontal zusammengestoßen. Demnach geriet einer der LKWs auf eisiger Straße ins rutschen und krachte in den zweiten LKW, der zu dem Zeitpunkt auf der Gegenfahrbahn stand. Ein 36-Jähriger wurde dabei im Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Er kam verletzt in die Unfallklinik nach Murnau. Es entstand ein Sachschaden von rund 30.000 Euro. Die Straße war für rund 3 Stunden gesperrt.  

Betroffene Orte: Grafenaschau, Eschenlohe

Naturgefahren nehmen zu - Experten sprechen auf Schloss Elmau über alpine Risiken

Morgen ist der internationale Mountain Day. Schon heute widmet sich der Landkreis Garmisch-Partenkirchen dem Thema. In Schloss Elmau referieren am Abend Experten darüber, wie sich alpine Risiken verändern. Der Rückgang von Gletschern und Permafrost beeinflusst die Stabilität der Berge zunehmend – gleichzeitig treten Starkregenereignisse häufiger auf. Katrin Sedlmeier vom Deutschen Wetterdienst, Professor Michael Krautblatter von der TU München und Toni Vogg von der Bergwacht Grainau erklären, welche Gefahren natürlich sind und wo der Klimawandel direkt eingreift.

Themen: Freizeit, Berge, Natur, Schloss Elmau

Landsberg: Stadtrat spricht über Bebauungsplan für geplante PV-Freiflächenanlage

Auf einer Fläche, die etwa 18 Fußballfeldern entspricht, soll zwischen den Gewerbegebieten von Kaufering und Landsberg am Lech eine PV-Freiflächenanlage entstehen. Ein Thema, das den Landsberger Stadtrat schon länger beschäftigt, kommt in der heutigen Sitzung erneut auf den Tisch. Ein entsprechender Bebauungsplan wird zur Abstimmung vorgelegt. Geplant ist die Errichtung einer Anlage im Norden der Stadt mit einer Leistung von circa 13 Megawattpeak.

Betroffene Orte: Landsberg am Lech
Themen: Energie, Erneuerbare Energie, Photovoltaik, Landsberg am Lech, Stadtrat

Kritik an Berg-Influencern - Bergretter warnen vor gefährlichem Social-Media Trend

Ein viral gegangenes Youtube-Video des norwegischen Influencers Magnus Midtbø sorgt derzeit für heftige Kritik in der Bergszene. Der Sportkletterer bestieg das Matterhorn ohne alpine Erfahrung und ohne Bergführer – auf einem Gipfel, auf dem bereits Hunderte Menschen ums Leben kamen. Bergretter warnen: Millionen Klicks könnten Nachahmer anziehen. Air-Zermatt-Chef Anjan Truffer spricht von einem gefährlichen Trend, bei dem Social Media Menschen zu Aktionen verleite, die sie sonst nie wagen würden. Zuletzt dokumentierte unter anderem TikTok-Creator Jonathan Schöck seine völlig unvorbereitete Besteigung der Zugspitze – trotz Höhenangst.

Themen: Freizeit, Berge, Bergrettung, Natur, Zugspitze

Nachwuchsforscherin Julia Trapp vom Ammersee bei Nobelpreisverleihung in Stockholm vor Ort

In Stockholm werden heute die diesjährigen Nobelpreise verliehen. Mittendrin: Jugend forscht-Preisträgerin Julia Trapp, die im Landheim Schondorf am Ammersee zur Schule geht. Mit 24 weiteren jungen Talenten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aus aller Welt nimmt sie in dieser Woche am „Stockholm International Youth Science Seminar“ Teil. Die Nobelpreisverleihung ist der krönende Abschluss einer Reise, die sie sich beim 60. Bundesfinale von „Jugend forscht“ Anfang Juni verdient hatte. Im Rahmen ihres Forschungsprojektes machte sie sich auf die Suche nach einem Stromspeicher, der mit natürlichen organischen Stoffen auskommt.

Betroffene Orte: Schondorf am Ammersee

Jugendarbeit in Bad Tölz wird belohnt

Jugendarbeit wird in Bad Tölz belohnt. Auch in diesem Jahr unterstützen die Stadtwerke Bad Tölz zu Weihnachten wieder Vereine und Kindertagesstätten für ihre wertvolle Jugendarbeit im vergangenen Jahr. 17 Tölzer Vereine und 12 Kindertagesstätten dürfen sich über einen Zuschuss freuen. Insgesamt verteilen die Stadtwerke rund 40.000 Euro. Heute Nachmittag findet die Spendenübergabe statt. Mit dabei ist auch Bürgermeister Ingo Mehner.

Betroffene Orte: Bad Tölz

BG Unfallklinik Murnau erhält "Green-HospitalPLUS-Auszeichnung "

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Umweltminister Thorsten Glauber haben der Unfallklinik Murnau die Green-HospitalPLUS-Auszeichnung verliehen. Die Klinik gilt als Vorreiter im nachhaltigen Krankenhausbetrieb: Sie nutzt erneuerbare Energien, verbessert Arbeitsbedingungen und setzt ressourcenschonende Technologien ein. Die Minister betonten, dass Klimaschutz und beste medizinische Versorgung kein Widerspruch sind. Die Green-HospitalPLUS-Initiative verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz aus Energie, Umwelt und Mensch – und soll Kliniken fit für eine klimagerechte Zukunft machen.

Betroffene Orte: Murnau a. Staffelsee

Blutspendedienst zieht positive Bilanz für 2025

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes zieht eine positive Bilanz für 2025: Dank der kontinuierlichen Spendenbereitschaft konnte die Blutversorgung im Freistaat das ganze Jahr über ohne Engpässe gesichert werden, teilt das BRK mit. Damit das auch rund um Weihnachten so bleibt, ruft der Blut Spende Dienst dazu auf, die angebotenen Blutspendetermine im Dezember zu nutzen. Alle Infos und Terminreservierungen gibt’s hier

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz, Wolfratshausen, Starnberg, Landsberg am Lech, Weilheim i. OB, Schongau

So war das Sommerhalbjahr im Alpenraum

Der Alpenraum erlebt weiterhin deutliche Folgen der Klima-Erwärmung. Das Sommerhalbjahr 2025 zählt laut Deutschem Wetterdienst zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen. Besonders der Juni brachte extreme Hitze und fast doppelt so viele Sommertage über 1.000 Metern Höhe. Auf der Zugspitze gab es rund 70 bis 80 Prozent weniger Frosttage als üblich – also Tage mit einer Minimaltemperatur unter 0 Grad. Gleichzeitig wurden im Juni nur acht statt der sonst durchschnittlichen siebzehn Niederschlagstage gemessen. Ein neuer Negativrekord auf der Zugspitze.

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen

Gefahr Fake News - Staatsregierung will gegen Desinformation vorgehen

Ein kurzer reißerischer Post, ein mit KI manipuliertes Bild, gefälschte Videos. Fake News lassen sich gerade in den Sozialen Medien kaum noch erkennen. Ein neues Internetportal der Staatsregierung will nun gegen Desinformation sensibilisieren. Wie wir im Alltag falsche Nachrichten erkennen können, warum jeder von uns darauf hereinfallen kann und warum Fake News vor der Kommunalwahl im Oberland eine große Gefahr sind, erfahrt ihr im Interview mit Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Warum kann jeder von uns auf Fake-News hereinfallen?

Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

 „Weil wir Informationen nicht perfekt rational verarbeiten. Wir wollen eher das glauben, was in unser Weltbild passt oder was wir mehrfach sehen, selbst wenn es falsch ist. Gleichzeitig sind Nachrichtenströme heute dichter und personalisierte Feeds verstärken Eindrücke oft unbewusst. Das hat überhaupt nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, sondern mit psychologischen Mechanismen, die uns alle betreffen. Und genau da setzt auch das Infoportal "Gelogen? Lass dich nicht manipulieren!" an, auf dem unsere aktuelle Studie durchgeführt wird“.

Wie können wir im Alltag Desinformationen erkennen?

Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

„Im Alltag hilft ein kurzer Check: Ist die Quelle bekannt, wird stark emotionalisiert oder gibt es andere Berichte dazu? In personalisierten Feeds verschwimmen diese Grenzen oft schnell. Und das heißt, auf dem Infoportal zeigen wir konkret, wie man sich leicht täuschen lässt – mit spielerischen interaktiven Elementen, zum Beispiel zu einer erfundenen Katzenverschwörung oder zu der angeblichen Invasion spanischer Nacktschnecken. Natürlich wirken diese Beispiele humorvoll, machen aber auch klar, dass unser Gehirn schnell auf scheinbar plausible Muster anspringt“.

Welche Gefahren sehen Sie bei der Verbreitung von Fake-News hinsichtlich der Kommunalwahl 2026?

Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

 „Falschinformationen können Wahrnehmungen verzerren, Polarisierung verstärken und Vertrauen in lokale Institutionen schwächen. Und Kommunalpolitik lebt von Nähe. Deshalb wirken und verbreiten sich Gerüchte dort besonders schnell. Mit unserem Forschungsprojekt, das wir von der Uni Würzburg gemeinsam mit dem Bayerischen Innenministerium durchführen, möchten wir genau verstehen, wie Menschen Informationen im Alltag verarbeiten. Das Infoportal soll Bürgerinnen und Bürger frühzeitig sensibilisieren, bevor sich falsche Eindrücke verfestigen“.

Das neue Portal soll bei der Prävention helfen – wo setzt die Studie an?

Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

„Unsere Studie setzt nicht erst bei der einzelnen Falschmeldung an, sondern tatsächlich schon früher, also bei den kognitiven Mechanismen, die uns als Menschen überhaupt erst anfällig dafür machen. Das heißt, wir untersuchen, wie Menschen Informationen verarbeiten und wie Aufklärung wirkt, bevor sich Fehlannahmen verfestigen. Das ist ein verhaltensökonomischer Ansatz. Wir wollen echtes Verhalten messen, nicht nur hypothetische Antworten“.

Wie kann jeder von uns an der Studie teilnehmen?

Dr. Alicia von Schenk, Professorin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Die Teilnahme an unserer Studie ist ganz leicht. Auf dem Portal erscheint ein Banner. Ein Klick darauf genügt und dann kann man anonym teilnehmen. Es kann sein, dass man sich zuvor ein oder zwei kurze interaktive Elemente auf dem Infoportal anschauen muss, zum Beispiel das Feed zur Katzen-Verschwörung oder diese Geschichte um spanische Nacktschnecken. Dann beantwortet man in der Studie kurze Aufgaben und Fragen, die uns helfen zu verstehen, wie Menschen Informationen aufnehmen. Natürlich gibt es dafür auch eine kleine Aufwandsentschädigung. Und wichtig: Jede Teilnahme liefert echte Evidenz, also wissenschaftliche Erkenntnisse, die helfen, Aufklärung wirksamer und letztlich Menschen widerstandsfähiger gegen Desinformation zu machen“.

Der Link für weitere Infos:

Infoportal Gelogen?!

Betroffene Orte: Garmisch-Partenkirchen, Schongau, Weilheim i. OB, Bad Tölz, Wolfratshausen, Starnberg, Landsberg am Lech