Viele Menschen im Oberland nutzen die Adventszeit, um für wohltätige Zwecke zu spenden. Vor dem Fest bitten große Organisationen, kleine Vereine und soziale Einrichtungen um Geld. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Auch Betrüger nutzen die Spendenbereitschaft für ihre Machenschaften. Mit welchen perfiden Tricks sie arbeiten und woran ihr wahre Wohltäter erkennt: im Interview mit Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern bekommt ihr Tipps und Informationen.
Woran erkenne ich, ob es sich um eine seriöse Spendensammlung handelt?
Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern:
„Seriöse Organisationen haben in der Regel einen Jahresbericht, stellen alle wichtigen Informationen auf ihre Webseite, so dass man sich darüber informieren kann wie die Einnahmen und Ausgaben des Projektes sind. So wissen dann auch Spenderinnen und Spender, wie und was mit ihrem Geld tatsächlich passiert“.
Bei welchen Indizien sollte ich vorsichtig sein?
Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern:
„Fehlt es bereits an Transparenz, sollte von der Spendenaktion Abstand genommen werden. Eine gute Orientierung bietet hier unter anderem das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, das Siegel für seriöse Aktionen vergibt. Doch nicht unbedingt jedes seriöse Unternehmen hat auch ein Siegel. Daher sollte man sich grundsätzlich nie zur Spende überreden oder unter Druck setzen lassen, egal wie schrecklich die Bilder oder wie süß die Tierfotos sind, mit denen geworben wird“.
Welche Betrugsmaschen sind bei Sammlern besonders beliebt in der Adventszeit?
Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern:
„Aufhänger sind oft extreme Schicksalsschläge, Hungersnöte, aber auch Tiere werden immer mal wieder genutzt, um einen Spendengrund zu haben. Bei unseriösen Sammelaktionen kann man halt einfach nicht sicher davon ausgehen, ob das gespendete Geld überhaupt ankommt oder in die Tasche der unseriösen Anbieter wandert“.
Wo ist sammeln erlaubt und wo nicht?
Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern:
„In Bayern braucht man für Spenden grundsätzlich keine Genehmigung, daher kann man sowohl für gemeinnützige Zwecke als auch für private Zwecke Spenden sammeln. Das geht sowohl online über Plattformen, auf der Straße oder auch an der Haustüre“.
Welche Datenmuss ich bei einer Spendensammlung von mir Preis geben?
Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern:
„Wer eine Spendenbescheinigung haben möchte, muss den Namen, die Adresse, das Datum der Spende und auch den gespendeten Betrag angeben. Wer keine entsprechende Bescheinigung möchte, kann tatsächlich auch ohne Angabe von persönlichen Daten die Spende machen. Zum Beispiel kann man auch anonym spenden“.
Weitere Infos bekommt ihr hier.