Der Freistaat rechnet nicht mehr mit einer Übernahme von fast 100 bayerischen Uniper-Wasserkraftwerken, wie dem Walchenseekraftwerk. Das sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger jetzt nach einer Kabinettssitzung in München. Demnach stehe der Konzern weiterhin zur Wasserkraft und es sei „jetzt nicht zeitnah geplant, dass sich Uniper aus diesem Geschäft verabschiedet“, so der Minister. Erst im August hatte der Freistaat vom Bund Verhandlungen über eine Übernahme gefordert. Oft war in der Politik von einer „historischen Chance“ die Rede, den Fehler, die bayerische Wasserkraft zu privatisieren, zu korrigieren.
Uniper gerät 2022 in finanzielle Schieflage
Uniper ist unter anderem Deutschlands größter Gashändler. Nachdem Russland die Gaslieferungen eingestellt hatte, war das Unternehmen wegen hoher Kosten für die Ersatzbeschaffung in Schieflage geraten. Der deutsche Staat hatte in der Folge ein milliardenschweres Stabilisierungspaket geschnürt. Seitdem ist der Bund zu gut 99 Prozent Eigentümer des Unternehmens. In Bayern sind Wasserkraftwerke an Isar, Lech, Donau und Main Teil des Uniper-Vermögens.
Wasserkraft wichtige Energiequelle im Freistaat
In Summe wäre es um die Übernahme von 97 Wasserkraftanlagen mit zusammen rund 970 Megawatt Leistung und rund 4800 Gigawattstunden Stromertrag pro Jahr gegangen. Die Wasserkraftanlagen erzeugen rund ein Drittel der bayerischen Stromproduktion aus Wasserkraft.