Geothermie-Projekt bei Geretsried: Scholz & Söder zu Gast im Oberland
Hoher politischer Besuch heute im Oberland. Bundeskanzler Olaf Scholz ist am Nachmittag in Geretsried eingetroffen. Er, sowie Ministerpräsident Markus Söder und Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger haben hier die Baustelle eines Geothermiekraftwerks besucht. Sie alle haben sich vor Ort über die Technologie und den Stand der Bohrarbeiten des innovativen Kraftwerks informiert. Die Anlage wird als Wegweiser fürs Gelingen der Wärmewende angesehen. Und auch Bundeskanzler Scholz sieht im Kraftwerk großes Potenzial: "Wenn dieser Versuch gelinge, wäre das nicht nur ein großes Stück Ingenieurskunst, sondern ein noch größerer Fortschritt für die Wärmewende", so Scholz. Die Anlage wird mit über 90 Millionen Euro gefördert. Schon im Sommer 2024 soll das Kraftwerk erstmals Energie liefern – eine Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Bundeskanzler weiterhin skeptisch gegenüber vergünstigtem Industriestrompreis
Inmitten der Diskussion um einen vergünstigten Industriestrompreis hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Bedeutung preiswerter Energie für die Wirtschaft hervorgehoben. "Alle Investoren interessiert, ob vor Ort genügend bezahlbare Energie vorhanden ist", sagte er am Donnerstag in Geretsried. Allerdings hatte Scholz sich wiederholt skeptisch zu einem Sonderstromtarif für bestimmte Unternehmen geäußert, zuletzt vergangene Woche.
Den Vorstoß, der derzeit besonders aus seiner eigenen Partei forciert wird, sei "ein schuldenfinanziertes Strohfeuer, das die Inflation wieder anheizt", hatte er gesagt. Daher sei die Idee mit ihm nicht durchzusetzen. Der geschäftsführende SPD-Fraktionsvorstand beschloss daraufhin am Donnerstag ein Positionspapier, über das am kommenden Montag die gesamte Fraktion bei ihrer Klausurtagung in Anwesenheit von Scholz entscheiden soll. Demnach soll der Industriestrompreis befristet gedeckelt werden, auf fünf Cent pro Kilowattstunde vor Steuern und Umlagen (derzeit etwa 8,95 Cent).
Scholz sagte am Donnerstag, auf dem Weg zu einem klimaneutralen Deutschland, wie es bis 2045 geplant ist, werde die Bundesregierung Bürokratie abbauen und Planungsverfahren beschleunigen. Bei der Wärmewende, also dem Weg zum klimaschonenden Heizen, sei besonders Erdwärme von großer Bedeutung.