Immer mehr ehrenamtliche Ersthelfer retten in Bayern Leben – auch bei uns im Oberland. Allein im letzten Jahr rückten sie über 3.600-mal aus, oft alarmiert per Handy-App. Auch in Landsberg sind Freiwillige dabei, die bei Herzstillständen oft Minuten vor dem Rettungsdienst eintreffen. Möglich machen’s Plattformen wie „Mobile Retter“. Die Helfer sind im Schnitt immer schneller vor Ort - Die sogenannte Eintreffzeit liege aktuell bei unter vier Minuten. Zum Vergleich: Der reguläre Rettungsdienst brauche im bundesweiten Durchschnitt knapp neun Minuten zum Notfallort.
Gerade bei Herz-Kreislauf-Stillständen könne das fatal sein, weil schon nach drei bis fünf Minuten irreparable Schäden im Gehirn auftreten. An dieser Stelle könne ein Netz aus Ersthelfenden unterstützen, teilte die Firma „Mobile Retter“ mit.
Wer kann ehrenamtlicher Ersthelfer werden?
Um als ehrenamtlicher Ersthelfer auf Abruf aktiv werden zu dürfen, muss man laut Innenministerium volljährig sein, «über die für die Tätigkeit erforderliche Reife, körperliche und gesundheitliche Eignung verfügen». Das gelte grundsätzlich bei Kräften von Rettungsdienst und Feuerwehr. Andere Menschen sollten sich die gesundheitliche Eignung vom Arzt bestätigen lassen, bevor sie sich bei einem Ersthelfer-Projekt registrieren.
Außerdem müssen Grundqualifikationen nachgewiesen werden, die bei einer mindestens 48-stündigen Schulung erworben werden können - zum Beispiel das Erkennen von Vitalfunktionen, Basisreanimation und Anwendung eines Defibrillators. «Eine Vertiefung auf 80 Stunden oder mehr wird empfohlen, insbesondere wenn die Ersthelfergruppe häufiger zum Einsatz kommt», heißt es seitens des Innenministeriums. Zudem müsse «eine regelmäßige Fortbildung mit Praxistraining von mindestens vier Stunden pro Halbjahr» gewährleistet sein.