Die Pilzsaison im Oberland läuft. In den Wäldern im Oberland sprießen schon wieder haufenweise Schwammerl aus dem Boden. Pfifferlinge, Röhrlinge, Maronen und Steinpilze – alle sind am Start. Damit ihr sicher durch die Pilzsaison kommt, haben wir für euch Tipps bei Regine Rößler geholt. Sie ist Pilzsachverständige in Landsberg. Sie erklärt im Interview, warum es eine gute Saison werden könnte, warum ihr Pilz-Apps niemals vertrauen solltet und welche Ausrüstung ihr zum Pilze sammeln benötigt.
Wie stehen die Chancen für eine gute Pilzsaison im Oberland?
Pilzsachverständige Regine Rößler aus Landsberg:
„Wenn jetzt keine große Trockenheit mehr kommt, dann können wir durchaus ein gutes Pilzjahr erwarten. Und da haben wir in der Region natürlich Glück. Wir haben viele Gewitter und immer wieder Feuchtigkeit, die herunterkommt. Und die Pilze mögen es ja warm und feucht. Also insofern haben wir sehr gute Voraussetzungen“.
Was ist beim Pilze sammeln am wichtigsten?
Pilzsachverständige Regine Rößler aus Landsberg:
„Dass ich nur Pilze mitnehme, die ich hundertprozentig sicher bestimmen kann. Und wenn man sich nicht sicher ist, dann nimmt man wenige Exemplare, also nicht gleich den ganzen Korb, sondern zwei, drei, die man dann beim Pilzsachverständigen vorlegen kann oder in den Pilzvereinen. Hier kann man vorher anrufen und einen Termin vereinbaren“.
Warum sollten keine alten Pilze mitgenommen werden?
Pilzsachverständige Regine Rößler aus Landsberg:
„Alte Pilze erkennt man daran, dass sie weich sind und dass man mit dem Daum eine Delle hinterlassen kann. Außerdem können sie braune Stellen und einen unangenehmen Geruch haben. Die häufigsten Pilzvergiftungen entstehen nicht durch giftige Pilze sondern durch alte Pilze“.
Was halten Sie von Pilz-Erkennungs-Apps?
Pilzsachverständige Regine Rößler aus Landsberg:
„Es ist ein absolutes No-Go. Für den Laien und den herkömmlichen Pilzsammler ist eine App lebensgefährlich. Es gibt keine Apps, selbst die kostenpflichtigen, die hundertprozentige Sicherheit bieten. Und bei den Pilzen muss man einfach hundertprozentig sicher sein“.
Welche Ausrüstung empfehlen Sie Pilzsammlern?
Pilzsachverständige Regine Rößler aus Landsberg:
„Also, der Korb ist schon mal ganz wichtig und eben nicht die Plastiktüte. Wenn wir jetzt einen warmen Tag haben und in die Plastiktüte sammeln, dann kann es sein, dass zu Hause schon ein Zersetzungsprozess angefangen hat. Ansonsten: gutes Schuhwerk, die Socken über die Hose, um den Zecken keinen Einlass zu gewähren und einen gesunden Menschenverstand der Natur gegenüber“.
Hier findet ihr Pilzsachverständige in der Region und bekommt weitere Tipps für die Pilzsaison.